Vortrag über den Islam
Weltreligion mit Respekt begegnen

Franz Spichtingers Vortrag stieß auf großes Interesse. Bild: ema
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
21.05.2016
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Die Pfarreiengemeinschaft befasste sich mit dem Islam. Ins Pfarrheim St. Josef kamen auf Einladung des Pfarrgemeinderates viele Interessierte und auch syrische Flüchtlinge, um Franz Spichtinger zuzuhören. "Der Islam ist eine große Religion, der man mit Respekt begegnen muss - wie jeder anderen Religion auch", eröffnete Franz Spichtinger seinen Vortrag. Der Islam biete weit über einer Milliarde Gläubiger eine religiöse Heimat. Beten, fasten, pilgern und den Armen helfen gehöre zum Glaubensalltag.

Der Menschheit viel geben


"Die islamischen Kulturen können der Menschheit viel geben." Die Lösung der fragwürdigen Einheit zwischen Religion und Politik durch die islamischen Völker wäre vordringlich und bedürfe wohl pragmatischer Mittel, so Spichtinger. Die innerislamischen Probleme seien auch intern zu lösen. "Die islamischen Kulturen werden sicher nur dann eine Zukunft haben, wenn die Demokratiebestrebungen siegen und wenn sich der Islam Reformen öffne." Der Referent verwies auf die große Gerechtigkeits-und Friedensliebe des Islam, aber auch auf die Fehlentwicklungen, die nunmehr weltweit offenkundig seien. Im Zusammenleben der verschiedenen Religionen würden die Freiheitsrechte anderer Religionen oft genug noch missachtet. Wenn Despoten und Terroristen aus islamischen Kulturen Christen verfolgen, vertreiben und töten, sei dies eine Schande und auch ein Aufruf an die Weltgemeinschaft.

Islamische Länder seien rückschrittlich, wenn es um die Gleichberechtigung der Geschlechter ginge. Der Islam suche Heimat in Europa. "Das bedeutet, dass man unbedingt bedacht, nüchtern und wahrhaftig die kulturellen Unterschiede sehen muss." Im säkularen Europa könnten unterschiedliche Religionen zumindest im ethischen Bereich eine Weggemeinschaft bilden und Mauern überspringen. Patentrezepte im Umgang gebe es nicht, hier seien allseits Dialog und Toleranz gefordert. "Unstrittige Differenzen mit islamischen Vorstellungen kann man in schwierigen Zeiten nur in konstruktivem Miteinander und in sachlicher Klarheit debattieren."

Kulturelle Unterschiede


Nicht nur wirtschaftliche und soziale Fragen würden künftig in Europa in den Auseinandersetzungen dominieren, sondern vor allem die gravierenden Unterschiede in den kulturellen und religiösen Haltungen der Bürger. "Wir stehen im 21. Jahrhundert in Europa vor Problemen mit historischen Ausmaßen, die es für die neuen Generationen zu bewältigen gilt." Aus der Zuhörerrunde heraus ergab sich eine Diskussion, die zur Vertiefung des Gehörten beitrug. Pfarrgemeinderatssprecherin Maria Schlögl bedankte sich bei Spichtinger und überreichte ihm ein kleines Präsent.
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