Wernberg-Köblitz beteiligt sich am Grundwassermodell
Bei Wasser auf Nummer sicher

Ein Grundwassermodell soll über die Kapazität in der Hirschauer Mulde Aufschluss geben. Der Markt Wernberg-Köblitz und die weiteren Wasserentnehmer wollen sicher gehen, dass die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft gesichert ist. Archiv-Bild: Hartl
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
29.01.2016
39
0

Wasser ist wertvoll: Wie viel ist überhaupt in der Hirschauer Mulde und wie viel davon können die Wasserentnehmer auf Dauer aus dem Reservoir abziehen? Ein Grundwassermodell soll Aufschluss geben. Das kostet.

Die wasserrechtliche Erlaubnis des Zweckverbands Steinwaldgruppe, der Stadt Schnaittenbach und des Marktes Wernberg-Köblitz läuft ab. Auf Initiative des Landratsamtes Amberg-Sulzbach und des Wasserwirtschaftsamtes Weiden fand nun eine Besprechung statt, an der sich auch der Zweckverband Neunaigen-Kemnath und der Markt Luhe-Wildenau beteiligten. All diese Wasserversorger beziehen ihr Trinkwasser aus der Hirschauer/Neuersdorfer Mulde, ohne dass geklärt ist, ob diese Mengen auch dauerhaft entnommen werden können. "Diskussionen gibt es immer wieder, wenn ein Bezieher Antrag auf eine Erhöhung der Entnahmemenge stellt", berichtete Bürgermeister Georg Butz, als der den Markträten in der Sitzung die Situation erläuterte.

Die Entnahmemengen


Bevor nun die wasserrechtliche Erlaubnis für die Bezieher erneuert werden kann, ist ein gemeinsames Grundwassermodell zu erstellen. Es soll laut Butz zeigen, "wie groß das Angebot in diesem unterirdischen See ist". Damit sollen die Einflüsse der einzelnen Brunnen auf das gemeinsame Grundwasserreservoir aufgezeigt werden. Letztendlich können mit dem Grundwassermodell die möglichen Entnahmemengen aus den einzelnen Brunnen bestimmt werden.

Die Kosten für dieses Grundwassermodell betragen voraussichtlich rund 90 000 Euro. Die Kostenverteilung orientiert sich an den Entnahmemengen der Wasserversorger. Der Markt Wernberg-Köblitz ist voraussichtlich mit 25 000 Euro dabei. Die verwaltungsmäßige Abwicklung und Betreuung des Grundwassermodells würde die Steinwaldgruppe als größter Verbraucher übernehmen. "Das ist eine unbedingt notwendige Zukunftsvorsorgemaßnahme", fasste Bürgermeister Butz zusammen.

Sicherheit und Kontrolle


Wenn das Wasserwirtschaftsamt die Erlaubnis erteile, solle es auch die Untersuchung übernehmen, meinte Marktrat Helmut Ries. Ein Irrtum: "Wenn wir es nicht machen, verlängert das Amt die wasserrechtliche Erlaubnis nicht", entgegnete Bürgermeister Butz. Man könne nicht pumpen, bis das Reservoir alle sei. Es koste wesentlich mehr, neue Gebiete zu suchen.

Verwaltungsleiter Stefan Falter drehte den Spieß um: Gott sei Dank sei man mit im Boot. Marktrat Konrad Kiener schlug einen Bogen zur aufwendigen Wassersuche der Gemeinden Nabburg und Pfreimd. "Dem Wasserwirtschaftsamt gehört die Senke nicht, sie ist Genehmigungsbehörde", verdeutlichte Markträtin Marianne Schieder. Vitus Bauer sah im Grundwassermodell ein Instrument zur "Sicherheit und Kontrolle".

Der Marktrat beschloss letztendlich einstimmig, dass Bürgermeister Butz die entsprechende Vereinbarung unterzeichnen soll.

Enormer BedarfDie Kostenverteilung schlüsselt sich nach den benötigten Mengen der Wasserentnehmer auf: Steinwaldgruppe 1 000 000 Kubikmeter, Zweckverband Neunaigen/Kemnath 70 000 Kubikmeter, Markt Wernberg-Köblitz 600 000 Kubikmeter, Markt Luhe-Wildenau 250 000 Kubikmeter, Stadt Schnaittenbach 250 000 Kubikmeter. Die stattliche Gesamtmenge: 2 170 000 Kubikmeter. (cv)
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktrat Wernberg (14)Grundwassermodell (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.