Wie sich Wernberg-Köblitz entwickelt
Gemeindeprojekte im Zeitraffer

Interessiert verfolgten die Zuhörer die Ausführungen des Bürgermeisters zur Gemeindeentwicklung.
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
28.04.2016
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Was hat sich im letzten Jahr getan, welche Projekte laufen? Bürgermeister Georg Butz gab in der Bürgerversammlung einen detaillierten und prägnanten Überblick. Bilder: Völkl (2)

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille und durchaus auch Kritik an Projekten, räumte Bürgermeister Georg Butz ein. "Doch Fremde sagen, es ist toll, was ihr aus eurem Ort gemacht habt". Was ist geschehen? Welche Projekte laufen?

Der Bürgermeister nahm die rund 80 Teilnehmer der Bürgerversammlung im Landgasthof Burkhard mit auf eine konzentrierte, einstündige Reise durch die Gemeindeentwicklung. Der Schuldenstand liegt bei rund acht Millionen Euro, doch dem stünden auch Grundstückswerte von sieben Millionen Euro im "Gewerbegebiet West II" gegenüber. Wo Arbeitsplätze entstehen, will man auch wohnen. Das Baugebiet "Kreuzäcker III" ist im Spätsommer erschlossen. Die beiden kirchlichen Kindertagesstätten kosten der Gemeinde im Jahr pro Kind 2400 Euro. Die Kapazität reicht nicht mehr aus. Für den neuen gemeindlichen Kindergarten auf dem alten Schulgelände ist im Herbst Baubeginn. 1,3 Millionen Euro hat der Markt selbst dafür aufzubringen. In der Grundschule werden 182 Kinder in acht Klassen unterrichtet. Doch es ist jedes Jahr "eine Kunst", den Mittelschulstandort zu erhalten. Das ist nur im Verbund mit Nachbargemeinden möglich. 55 Kinder verteilen sich auf drei Klassen. Die Klassen sieben und acht sind ausgelagert. Der Aufwand pro Schüler beträgt für den Markt 1300 Euro.

Gutachter eingeschaltet


Bei den Feuerwehren stand der Digitalfunk im Mittelpunkt. Unterm Strich hatte der Markt 110 000 Euro für seine Wehren zu schultern. Der Straßenunterhalt schlägt mit rund 300 000 Euro zu Buche. Ein Glücksfall ist die Kooperation mit den Jagdgenossenschaften, um die Feld- und Waldwege gemeinsam in Schuss zu halten. Das sanierte Hallenbad wird nie kostendeckend sein, das war von vornherein klar. Doch der Zuspruch sei groß, schließlich ist das Wernberger Bad noch eines der wenigen, wo Kinder schwimmen lernen können. Butz sparte das Thema "Legionellen" nicht aus. Man ist dabei, "einige Dinge umzurüsten", ein Gutachter sei eingeschaltet. Derzeit bestehe "keine wirkliche Gefahr". Betroffen sei ohnehin nur der Duschbereich gewesen. Auf dem Energiesektor ist einiges am laufen. Wernberg-Köblitz war mit federführend bei der Gründung des Zweckverbandes zur Klärschlammentsorgung. Auch die Einsparung bei der Straßenbeleuchtung kann sich sehen lassen: Verbrauchte man im Jahr 2010 noch 385 000 Kilowattstunden, so waren es im Vorjahr 215 000 Kilowattstunden.

Anfragen nehmen zu


Dann das Thema Breitband: Der Auftrag an die Telekom wurde im März erteilt. Inbetriebnahme ist in einem Jahr. Die Förderkulisse von 90 Prozent wurde ausgeschöpft. Einige Ortsteile haben noch keine 50 Mbit pro Sekunde, aber doch Verbesserungen durch die ausgebauten Verteiler. Friedersdorf, Rattenberg und Schwarzberg werden dann im Bundesprogramm zum Zug kommen, in das sich der Markt eingeklinkt hat. Im Industriegebiet West II läuft die weitere Erschließung von Straßen und Flächen. "Die Anfragen haben wieder deutlich zugenommen", so Butz. Derzeit liege eine größere Anfrage mit Planskizze auf dem Tisch. Verkauft sind zehn Parzellen. Noch ein Wort zu den Friedhöfen: Nach der Leichenhaussanierung wird in Oberköblitz in diesem Jahr die Mauer entlang des Hohlweges abgebrochen und durch einen Zaun ersetzt. In Wernberg wird man die verwilderten Grünflächen zwischen den Gräbern sanft zurückbauen, um die Standsicherheit der Gräber nicht zu beeinträchtigen. In Saltendorf läuft die Dorferneuerung, als nächster Kandidat hat sich Neunaigen gemeldet. Weitgehend abgeschlossen ist hingegen in Wernberg die Neugestaltung der Weidener Straße.

Ausgiebiger Brunnen


Die beiden größten Brocken, die die Kommune schultern muss, ist die neue Mehrzweckhalle (wir berichteten) und die Wasserversorgung. Das Wasserwerk - fünf Millionen Euro - wird am 11. Juni eingeweiht und mit einem "Tag der offenen Tür" verbunden. 530 000 Euro schluckt der Neubau von Brunnen 3a und der Rückbau von Brunnen 2. Man hatte Glück: Statt der erwarteten 25 bis 30 Liter können 40 Liter pro Sekunde gefördert werden. Nächstes Projekt ist dann der Hochbehälter Fischberg mit 700 000 Euro.

6073 Bürger88 Mitbürger sind 2015 verstorben, 48 Kinder wurden geboren. 307 Wegzügen standen 452 Zuzüge gegenüber. Die Marktgemeinde zählte zum Jahreswechsel 6073 Bürger (Ende 2014 waren es 5968), davon 228 Ausländer. Die Zahl der Asylbewerber liegt zwischen 40 und 50.
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