"Trend Meal" in Wernberg-Köblitz wehrt sich gegen "Team Wallraff"-Beitrag
Wallraff-Kost stößt Großküche auf

Für einen Fernsehbericht recherchierte eine Reporterin bei "Trend Meal" in Wernberg-Köblitz als vermeintliche Praktikantin mit versteckter Kamera. Anders als in anderen Betrieben wurde hier kein Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum überschritten. Bild: Götz
Wirtschaft
Wernberg-Köblitz
10.06.2015
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Verschimmelte Gurken oder Fleisch, das jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums verbraucht wird: Ein Fernsehbericht tischte auf, welche Zustände vereinzelt in deutschen Großküchen herrschen. Auch im Landkreis waren die Journalisten des "Team Wallraff" zu Gange. Hier gab es aber rechtlich nichts zu beanstanden.

Wie ist es um die Lebensmittelqualität in deutschen Großküchen bestellt? Um dieser Frage nachzugehen, hatte sich eine Journalistin des "Team Wallraff" im Zuge ihrer Recherchen in mehrere Betriebe als vermeintliche Praktikantin mit versteckter Kamera eingeschleust - und bei der Ausstrahlung der Sendung am Montagabend von teilweise haarsträubenden Ergebnissen berichtet.

Auch bei der Firma "Trend Meal" in Wernberg-Köblitz war die Journalistin vier Tage lang tätig, schlich sich als "Küchenhilfe Steffi" in das Kühllager, um die dortigen Produkte genau unter die Lupe zu nehmen. Dort hält sie tiefgekühlte Ware in die Kamera, auf deren Verpackung ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum zu sehen ist. "Ist das ein erster Hinweis, dass auch hier Produkte jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums verkocht werden?", fragt die Journalistin - um die Antwort kurz später selber zu geben: Anders als in anderen Betrieben haben die Enthüllungsjournalisten im Landkreis Schwandorf nämlich keinerlei Rechtsverstöße gefunden: "Hier wurde weder ein Verbrauchsdatum noch ein MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum; d. Red.) bereits tiefgekühlter Ware überschritten", heißt es in dem Fernsehbericht.

"Trend Meal" wehrt sich dennoch gegen den - laut einer Mitteilung - "unzulässigen Eindruck", dass das Unternehmen Lebensmittel verarbeite, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten sei. In Person von Sprecher Sven Hamann teilt die Firma mit, dass das Einfrieren von frisch angelieferten Rohwaren eine gängige Praxis ist: "So stellt das Unternehmen die benötigte Qualität und Verfügbarkeit sicher - zum Beispiel bei Gemüse, das nicht ganzjährig verfügbar ist".

Nach dem Einfrieren bekäme die Ware ein neues Mindesthaltbarkeitsdatum das je nach Produkt zwischen fünf und zwölf Monate über dem der frischen Ware liegt. "Diesen Effekt, durch Einfrieren von Lebensmitteln die Haltbarkeit zu verlängern, kennt jede Hausfrau", teilt "Trend Meal" weiter mit.

Auf telefonische Nachfrage des NT sagt Unternehmenssprecher Hamann, dass in dem Fernsehbeitrag das ursprüngliche Mindesthaltbarkeitsdatum der Ware gezeigt worden sei - und nicht das nach dem Einfrieren. "Der Bericht hat nachgewiesen, dass es O.k. ist, was wir machen", betont der Sprecher. Das würden auch zahlreiche Überprüfungen - zum Beispiel durch das Veterinäramt - zeigen.
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