Wernberg-Köblitz: Marktrat beschließt den Bau von St.Josef und St.Anna Kindergarten
Markt baut neuen Kindergarten

Auf dem Grundstück der alten Schule in Wernberg (Bild) soll der neue kommunale Kindergarten für vier Gruppen entstehen. Die Kosten liegen bei etwa zwei Millionen Euro, die Hälfte davon käme als Fördergelder vom Staat. Bild: Götz
Wirtschaft
Wernberg-Köblitz
18.09.2015
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Im Marktbereich reichen die Kindergartenplätze nicht mehr aus, um die Nachfrage zu decken. Die Kommune muss also reagieren. Mehrheitlich beschloss der Marktrat den Bau eines kommunalen Kindergartens, der vier Gruppen beherbergen soll. Dafür greift er tief in die Tasche.

Die beiden Kindergärten St. Josef und St. Anna reichen bald nicht mehr aus, um dem Nachwuchs im Markt einen Platz bieten zu können. St. Anna ist bereits jetzt überbelegt und bekam für dieses Jahr eine Ausnahmegenehmigung. Wie Bürgermeister Georg Butz dem Marktrat bei seiner Sitzung darlegte, ist die aber an eine Bedingung geknüpft: Die Kommune muss die Situation grundsätzlich ändern.

Eine Analyse hat ergeben, dass der Markt drei zusätzliche Gruppen - zwei davon für Kinder unter drei Jahren - schaffen müsste, um den Bedarf decken zu können. Bürgermeister Butz bezeichnete es als sinnvoll, im Hinblick auf die weitere Entwicklung gleich einen Kindergarten für vier Gruppen zu schaffen. Zwei davon wären für Kinder unter drei Jahren. Die Zeit drängt: Noch in diesem Jahr müsste die Planung über die Bühne gehen, da der Markt ansonsten Gefahr läuft, dass die erteilte Ausnahmegenehmigung widerrufen wird.

Ein Kindergarten mit vier Gruppen würde 3500 bis 4000 Quadratmeter Platz benötigen. Als mögliches Areal käme deshalb das Grundstück der alten Schule in Wernberg in Frage. Es ist 5412 Quadratmeter groß und würde also genug Platz für einen Kindergarten bieten. Darüberhinaus wäre es ausreichend, um darauf weitere öffentliche Gebäude unterzubringen. Die Kosten für einen Neubau belaufen sich laut Bürgermeister Georg Butz auf rund 500.000 Euro pro Gruppe. Sie liegen damit in etwa auf dem Niveau, was ein Anbau an einen der bestehenden Kindergärten kosten würde. Summa summarum wären also rund zwei Millionen Euro fällig. Davon käme laut Marktoberhaupt Butz etwa eine Million als Förderung vom Staat.

Ein "Filetstück"

Während SPD-Markträtin Marianne Schieder durchaus mit dem Standort auf dem Areal der ehemaligen Schule einverstanden war, konnte sich Josef Wiesent (CSU) damit nicht recht anfreunden: Damit, betonte er, gebe der Markt ein Filetstück preis. Es wäre außerdem möglich, den bestehenden Kindergarten in Oberköblitz einfach zu spiegeln und dort anzubauen. Bürgermeister Butz entgegnete, dass auch ein Anbau große Eingriffe in den vorhandenen Baubestand nach sich ziehe - zum Beispiel beim Aufenthaltsraum für das Personal. Auch Georg Schlögl favorisierte einen Neubau. Damit werde nicht in den laufenden Kindergartenbetrieb eingegriffen und der Preis sei ungefähr genauso hoch wie bei einem Anbau. Christine Mösbauer (SPD) fand es besser drei Kindergärten mit einer überschaubaren Anzahl an Kindern zu haben, als zwei sehr große.

Mit 16:2 Stimmen beschloss der Rat den Bau eines viergruppigen Kindergartens unter kommunaler Trägerschaft auf dem Grundstück der ehemaligen Schule. Den Planungsauftrag erteilte das Gremium dem Büro Mages für 214.926 Euro. Dieser Beschluss fiel mit einer Gegenstimme.
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