Windpark Deindorf offiziell eröffnet
Windstrom für 3700 Häuser

Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (Fünfte von links), Bürgermeister Georg Butz, Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes, Landrat Thomas Ebeling und Rewag-Aufsichtsrat Jürgen Huber (rechts daneben) drückten symbolisch gemeinsam den Startknopf. Mit im Bild die Abgeordneten Joachim Hanisch und Franz Schindler sowie Unternehmensvertreter. Bilder: bnr (2)
Wirtschaft
Wernberg-Köblitz
17.04.2016
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Pfarrer Markus Ertl segnete die neue Anlage.

Seit September 2016 drehen sich die zwei Rotoren im Windpark Deindorf. Die Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG&Co KG (Rewag), in deren Besitz sich die Anlage befindet, eröffnete am Sonntag offiziell den Windpark. Die Erfolgsgeschichte soll mit weiteren drei Windrädern fortgeschrieben werden.

-Deindorf. "Die beiden Anlagen können 3700 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Windstrom versorgen. Mit dem Windpark Deindorf macht die Rewag einen erneuten großen Schritt im Ausbau der regenerativen Eigenstromerzeugung", umschrieb der Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes die Motivation des Unternehmens, sich in der regenerativen Stromerzeugung zu engagieren. "Für den Ausbau der Energie-Eigenerzeugung investieren wir bis 2020 über 100 Millionen Euro und erreichen so einen Anteil von über 60 Prozent erneuerbarer Energien für unseren Strommix für Privatkunden", lautete die Zielsetzung des Vorstandsvorsitzenden. Die Energiewende ist in einem Zieldreieck beschrieben: Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und bezahlbare Lebensqualität. Ein Viertes ist die Akzeptanz. Gerade die Windenergie polarisiert die Gesellschaft. Hier sieht Olaf Hermes noch eine große Aufgabe für die Politik und die Energieerzeuger, durch gezielte Aufklärung die Akzeptanz zu erhöhen.

"Immer grüner"


"Ich freue mich besonders, dass die Rewag in den vergangenen zwei Jahren stark in derartige Projekte investiert hat und immer "grüner" wird", so Regensburgs Dritter Bürgermeister und Rewag-Aufsichtsrat Jürgen Huber. In Regensburg selbst werden keine Windgeschwindigkeiten gemessen, die einen profitablen Betrieb einer Windanlage ermöglichen. Die Rewag muss deshalb Standorte im weiteren Umgriff suchen, die den Betrieb einer Windanlage ermöglichen. Sie ist deshalb für jede Unterstützung seitens der Kommunen dankbar. Auch Bürgermeister Georg Butz freute sich über die Eröffnung des Windparks: "Die Energiewende kann nur lokal vor Ort umgesetzt werden. Hier können sich die Kommunen für eine nachhaltige Energieversorgung aktiv einbringen." Der Marktrat stehe hinter der Gewinnung von regenerativer Energie mittels Windkraft. So werde der Flächennutzungsplan für weitere Windkraftanlagen fortgeschrieben. Da die Rewag die Ausschreibung als regionaler Energieversorger für den Markt Wernberg gewonnen hat, kann die Marktgemeinde ab 2017 Strom von Deindorf beziehen.

Die erste Geige


Für MdB Marianne Schieder spielt die Windkraft die erste Geige im Orchester der erneuerbaren Energien. Sie ist froh, wenn die Zeit des Atomstroms vorbei ist. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung sieht sie großenteils gegeben. Die unmittelbaren Anlieger, wie Woppenhof und Deindorf, hätten sich mittlerweile an die Anlage gewöhnt. Klagen von Anliegern seien bisher wenig zu hören. Für die Kommune und die Feuerwehr Glaubendorf hatte der Vorstandsvorsitzende noch ein Bonbon in Form eines Schecks im Gepäck. Die Feuerwehr hatte die Versorgung der Gäste beim anschließenden Tag der offenen Tür übernommen. Pfarrer Markus Ertl und Pfarrer Georg Hartlehnert segneten den Windpark.

13 Millionen Kilowattstunden pro JahrBeeindruckend sind die technischen Zahlen der Windanlage. Das Windrad steht auf einem 1500 Tonnen schweren Betonfundament. Der Fuß und die Rotoren wiegen zusammen weitere 1400 Tonnen. Die Projektentwicklung lag in den Händen der Firma Voltgrün GmbH Regensburg. Über das technische Knowhow beim Bau verfügte die Firma Bögl aus Neumarkt. Die jeweils 141 Meter hohen Windräder vom Typ Nordex N117 haben einen Rotorblattdurchmesser von 117 Meter und eine Leistung von jeweils 2,4 Megawatt.

So erzeugt die Anlage eine Strommenge von 13 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Der Windpark ermöglicht eine jährliche CO2-Ersparnis von 6845 Tonnen. (bnr)
Die Energiewende kann nur lokal vor Ort umgesetzt werden.Bürgermeister Georg Butz
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