Der 63-Jährige Dichter und Fotograd Hans-Günther Lauth erlebte vieles in seinem Leben und ...
Hans-Günther Lauth präsentiert viele seine Bilder und Texte in Ausstellungen

Hans G. Lauth vor einer seiner "Lichtmalereien". Bild: Grüner
Kultur
Wiesau
13.08.2015
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Hans-Günther Lauth ist Dichter und Fotograf. Weil ihm beides Freude macht und weil ihm kreatives Arbeiten Ausgeglichenheit gibt. Bei zahlreichen Ausstellungen hat er mit seinen Bildern überzeugt. Seine Texte finden in vielen Publikationen Raum.

Der 63-Jährige ist in Falkenstein im Landkreis Cham, gerade noch in der Oberpfalz (der Regierungsbezirk Niederbayern beginnt zehn Kilometer weiter südlich), geboren und aufgewachsen. Er absolvierte die Berufsoberschule in Regensburg und studierte in München Lehramt. Seine Referendarzeit absolvierte er in Fürth und Aschaffenburg. Ein "internationaler" Bayer also.

Wie alles begann

Seit 1981 lebt er mit Ehefrau Hildegard in Wiesau. Sie brachte ihn eigentlich zur Fotografie, als sie ihren "frischgebackenen" Ehemann zur Hochzeit mit einer Spiegelreflexkamera überraschte. 27 Jahre war er damals alt. "An Kinderbildern habe ich mich anfangs versucht - mit mäßigem Erfolg", sagt der Autodidakt über seine ersten Gehversuche..

Dann lernte er Heinz Glashauser aus Schierling kennen. "Ein Superfotograf", urteilt er über den Freund. Der arbeitete in Schwarzweiß. Hans G. (so kürzt er den Günther selbst ab) Lauth tat es ihm gleich und richtete sich ein eigenes Fotolabor ein. Auch heute ist er nach wie vor fasziniert von der Schwarzweiß-Technik, die ja mit der Erfindung der Digitalfotografie nicht gestorben ist. Nur ist aus der einstigen Dunkelkammer quasi ein Lichtraum geworden und sind Vergrößerer und Entwicklerschalen einem leistungsstarken Rechner mit großem Bildschirm gewichen. Sein analoges Fotolabor hat Hans G. Lauth mittlerweile ausgemustert. Das bekommt das Waldsassener Stiftlandmuseum.

Nur im Doppelpack

"Dennoch war ich nicht böse, als die Digitalfotografie kam. Ich bin relativ bald umgestiegen, etwa vor zehn Jahren. Damals kam auch der erste Kontakt zu den Tirschenreuther Fotofreunden zustande." Dort lernte er den Waldsassener Walter J. Pilsak kennen. "Wir haben uns von Anfang an hervorragend verstanden. Von der ,Lichtmalerei', die Walter schon damals mit Erfolg praktizierte, hatte ich schon gehört. Diese Art der Fotografie, bei der wir mit bewegter Kamera arbeiten, haben wir intensiviert und damit viele Ausstellungen bestückt. Apropos, Ausstellungen, dafür kriegt man uns nur im Doppelpack."

Neben dieser ganz speziellen Art der Fotografie arbeitet Lauth parallel an mehren Projekten. Eines davon trägt den Arbeitstitel "Menschen bei der Arbeit". Den Wiesauer Völkl-Bäcker oder den Münchenreuther Imker Josef Ernst hat er bereits abgelichtet. Auf einem Ordner auf einer Festplatte sind die Bilder geparkt, bis der Fotograf weiß, wie er damit verfahren wird. Bisher hat er auch viele Naturbilder gemacht. "Ich will jetzt näher hin zum Menschen, das andere gibt es schon zuhauf."

Erfolg beflügelt

Die andere kreative Seite des Hans G. Lauth ist das Schreiben. "Grenzlauthe" titelte er sein erstes Buch, das im vergangenen Jahr herausgekommen ist. Darin hat er alles veröffentlicht, was er bisher geschrieben hat. Dass ein Verlag eingestiegen ist und seine Gedanken unter die Leute bringt, hat ihn dermaßen beflügelt, dass er bereits wieder 30 neue Gedichte und 20 Kurzgeschichten geschrieben hat. Alle erscheinen im kommenden Jahr, unter dem Titel "Selbstlauthe".

Zum Teil sind die Gedichte in Oberpfälzer Mundart. "Sie reimen sich nicht", sagt der Autor. "Das können nicht viele. Wilhelm Busch war einer von ihnen und Norbert Neugirg ist einer von den wenigen aktuellen, die das wirklich beherrschen."

Als Vorbilder nennt er Harald Grill, mit dem er E-Mail-Kontakt pflegt, Bernhard Setzwein und Friedrich Brandl aus Amberg, die er ebenfalls persönlich kennt. Fünf oder sechs Jahre ist es her, dass Hans G. Lauth sich ernsthafter mit dem Schreiben befasst hat. Seine Kurzgeschichten sind im Kern alle persönlich gefärbt.

"Ich brauche ein Erlebnis, kann nicht rein fiktiv arbeiten. Ausschmücken und verfremden, das geht dann schon wieder." Als größten Erfolg seines literarischen Schaffens nennt Hans G. Lauth die Veröffentlichung eines seiner Gedichte im "Baierischen Poeticum", in dem Mundartgedichte aus 12 Jahrhunderten verewigt sind.

Kulturell vielseitig

Hans G Lauth liest gerne, ist geschichtsinteressiert und hat auf dem belletristischen Sektor alles von Oskar Maria Graf verschlungen. "Wenn auch sehr umstritten, aber mir gefällt Charles Bukowski als Autor", nennt er einen weiteren dessen Werk er schätzt. Musikalisch bevorzugt er Songs der Kanadierin Loreena McKennitt, "BAP", Haindling oder Hubert von Goisern. Filme mit den Marx Brothers, Bruno Ganz und Klaus Kinski schätzt er, solche bei denen Werner Herzog oder Rainer Werner Fassbinder Regie führten, liebt er.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.grenzlauthe.de/
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