Elke Pelz-Thaler sorgt für Lacher beim Landfrauenfrühstück Wiesau
Mittags oft schon die Luft raus

Vollbesetzt präsentierte sich am Donnerstagvormittag das Pfarrheim in Wiesau. Der Ring junger Landfrauen hatten eingeladen. Nach einem zünftigen Frühstück standen Unterhaltung und Kultur auf dem Programm. (jr) Bild: jr
Kultur
Wiesau
15.01.2015
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Frische Semmeln, duftender Kaffee und herzhafte Aufstriche: Beim Landfrauenfrühstück am Donnerstag verging die Zeit wie im Flug. Auch weil Mentaltrainerin Elke Pelz-Thaler den jungen Damen einen kabarettreifen Vortrag servierte.

"7.7.1995, Standesamt, alle da. Sei Seit'n und mei Seit'n. Mir hob'n gheirat", begann Elke Pelz-Thaller ihre knapp einstündige Darbietung vor rund 130 Landfrauen im Pfarrheim. "Und schon ging's los", erinnerte die hauptberuflich als Persönlichkeitstrainerin arbeitende Bäuerin. "Reicht der da Thaller niat, warum behält sie an Pelz", spielte sie auf ihren Doppelnamen und das Getuschel der Hochzeitsgäste an. Zuvor hatten sich die Landfrauen am üppig aufgestellten Büfett fleißig bedient. Alles, was zu einem zünftigen bäuerlichen Frühstück gehört, hatten Christine Schmidkonz und die Vorstandschaft vorbereitet. Alle Lebensmittel und Getränke kamen aus der Region. Aktuell zählt der Ring junger Landfrauen 170 Mitglieder. "Aber wir brauchen noch mehr", warb Schmidkonz. Unter den Gästen auch Bürgermeister Toni Dutz, der Elke Pelz-Thaller und Christine Schmidkonz Bücher überreichte.

Anfängliche Probleme mit den Schwiegereltern

Wortgewaltig schilderte die Referentin ihre Erfahrungen bei der Einheirat in eine bäuerliche Familie. "I kumm as da Stod, bin glernte Krankenschwester und hob Pädagogik studiert. Wie i mein Freund kennerglernt hob, war net klar, dass er an Bauernhof übernehma muaß. Später hobe zwoa Buam kriagt. Gott sei Dank, bist zu wos zu gebrauchen", meinte der Schwiegervater. "Mir bewirtschaften 50 Hektar, Rindviecher san olle asn Haus. Mir bauen Spargel an, machen Ackerbau und hom an Hofladen und einiges Geflügel." Die auch am Hof lebenden Schwiegereltern waren nach den Ausführungen zunächst alles andere als erfreut über den Familienzuwachs. Die Referentin zeigte in gewisser Weise sogar Verständnis für die Altbauern. "Das ging schon beim Essen los. Bisher war alles so geregelt, dass jeder seinen Platz hatte. Und plötzlich kommt da eine Neue daher, die ebenfalls ihren Platz beansprucht. Da musste halt jeder etwas abgeben." Freilich, nach all den Jahren hat sich vieles eingerenkt. Mit der Schwiegermutter versteht sich Elke Pelz-Thaler jetzt prima. "Die reist sogar auf einige meiner Vorträge mit und krümmt sich dort vor Lachen."

Frauen für das eigene Wohlergehen verantwortlich

Überspitzt zeichnete sie den Zuhörerinnen das Leben auf einem einsamen Bauernhof. Spannend wurde es, als sie plötzlich einen Luftballon aufblies und anschaulich darlegte, dass schon oft mittags die Luft bei der Bäuerin raus ist. Dabei stehen noch der ganze Nachmittag und der Abend bevor. "Nein, Burnout auf einem Bauernhof, das geht gar nicht." Elke Pelz-Thaller mixte unter ihren Vortrag auch nachdenkliche Texte. Deutlich machte sie, dass jede Frau selbst verantwortlich ist, ob es ihr hundeelend oder gut geht. Immer wieder band sie auch das Publikum mit ein. Da war Roswitha, die auf ihrer eigenen Insel lebte. Wollte sie freilich mit den anderen Inseln anbandeln, musste sie sich ihnen annähern. Und die Moral von der Geschichte: "Wenn sich etwas ändern soll, muss ich als erstes bei mir selber anfangen."
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