Hans-Günther Lauth zeichnet im Buch "Grenzlauthe" sein Bild der Oberpfalz
Ode an die schöne Heimat

Hans-Günther Lauthe widmet sich den Oberpfälzer Eigenheiten sowie dem Dialekt, den er perfekt beherrscht. Bild: bod
Kultur
Wiesau
24.03.2015
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Die Pensionierung ließ den Studiendirektor nicht zur Ruhe kommen, jedes Jahr nimmt sich Hans-Günther Lauth neue kreative Projekte vor. Nach der Ausstellung "Baumimpressionen" folgt nun sein Buchprojekt. "Grenzlauthe" überschreibt der gebürtige Falkensteiner seine "Gedanken aus der Oberpfälzer Provinz". In den Gedichten und Geschichten spiegeln sich die Schönheit der Oberpfälzer Landschaft wie auch der Charakter des Menschenschlages an den Grenzen zu Franken und Böhmen wider. Überwältigende Fotografien des in Wiesau lebenden Autors und seine experimentellen Lichtmalereien ergänzen sein Buch.

Sein Gedicht "Dahoam", wurde im "Bairischen Poeticon" mit Mundart-Lyrik aus zwölf Jahrhunderten veröffentlicht: "Darauf bin ich besonders stolz." Lauth zeigt den für ihn typischen Oberpfälzer mit seinen Wesenszügen und Eigenheiten als selbstbewussten Menschen. Wichtig ist dem Autor, dass die Region nicht nur aus Regensburg besteht. Aber Lauth ist, bei aller Liebe zu seiner Heimat, kein "Ur-Oberpfälzer". Vielmehr kommt in seinen Texten die Vielfalt seiner Herkunft, eine gewisse "Herkunftszerrissenheit", zum Ausdruck. Wie so viele Oberpfälzer ist seine Familiengeschichte nicht hier angesiedelt. Sich selbst bezeichnet er als "Flachwuazl-Bayer": "Da Vadda a Rumänien-Deutscha, De Mudda ausm Sudetenland, und I bin in da Oberpfalz afd Weld kumma."

Dialekt-Verbannung

Erstaunlich ist angesichts dieser Herkunft der perfekte Einsatz der grammatikalischen und phonetischen Eigenheiten des nordbayerischen Dialekts. Zumal er als Bub von der Mutter stets aufgefordert wurde: "Red Hochdeitsch!" Und er hinterfragt im Gedicht gleichen Titels die Logik der Aufforderung an Lehrer, die Schüler zur Liebe zur bayerischen Heimat zu erziehen. Zumal er im Elternhaus, in der Schule oder auf der Universität stets angehalten wurde, den Dialekt, den er mit Freunden bis zur Perfektion gelernt hatte, nicht zu sprechen. Unterschiedlichste Facetten seines "Dahoam" greift Lauth auf, ob sich die Gedichte und Kurzgeschichten nun um den Granit drehen, die Natur und Botanik oder die Orte "am End vo da Welt". Liebevoll widmet er sich in kleineren Erzählungen den Menschen, denen er begegnet, mit denen er aufgewachsen ist, die sein Leben prägten. Sein Großvater, ein bodenständiger Bürgermeister oder eine Wiesauer Kauffrau - mit großer Sensibilität und liebevoller Sprache setzt er allen ein Denkmal.

Lauths Werk endet nicht bei der Beobachtung und verbalen Porträtierung. Vielmehr zeigt er eine große Empfindsamkeit und Nachdenklichkeit. Der Autor schaut nicht nur zurück oder nach innen, sondern auf so manchen Irrwitz und Schildbürgerstreich. Beispiele sind "Da Wiesauer Bahnhof" oder "Kreisverkehr".

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Das Buch "Grenzlauthe" (9,90 Euro), ist im Verlag Eckhard Bodner erschienen und über den Verlag und im Buchhandel erhältlich.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.bodner.ebuch.de/
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