Poetischer Lese-Spaziergang

Adalbert Busl erzählte aus dem Leben Ludwig Forsters. Auch wusste er viel aus der Zeit vor 1914 zu berichten. Bild: wro
Kultur
Wiesau
03.05.2016
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Mit humorvollen Einlagen und heiteren Oberpfälzer Weisen umrahmten die Zupfer-Moidln (von links Waltraud Neubauer-Zupfer, Renate Zupfer-Vilas und Gerhard Reber) aus Neustadt den "Steinwaldia"-Heimatabend im historischen Wirtshaus "Stefflwirt". Bild: wro

Regelmäßig tritt die Gesellschaft "Steinwaldia" auch mit Publikationen an die breite Öffentlichkeit. Am bekanntesten ist die Schriftenreihe "Wir am Steinwald". Nun präsentiert die "Steinwaldia" die Wiederauflage des 1914 erschienenen Heimat- und Wanderbuches "Wiesau und Umgebung".

Das Heimatbuch von Ludwig Forster ist von vielen sehnsüchtig erwartet worden. Es ist ein kleiner Schatz. Fast unverändert präsentiert sich der Text in der Neuauflage. "Alles wurde so belassen", informierte "Steinwaldia"-Vorsitzender Norbert Reger bei der Begrüßung vor zahlreichem Publikum. Poetisch und reich mit Adjektiven geschmückt beschreibt der Autor ein kleines, aufstrebendes Dorf, dessen ganzer Stolz die neue Bahnstation, auch das nahe Kur- und Heilbad ist. Langsam siedelt sich Industrie an und trotzdem bleibt Wiesau ländlich. Gemeinsam mit Ludwig Forster wandert der Leser durch den Ort, spaziert durch Felder und Wälder, kreuz und quer bis runter ins malerische Waldnaabtal. Man lernt Land und Leute, nebenbei auch Forsters Denkweise kennen.

Reiches Archiv


Freilich habe man das Buch mit Bildern ergänzt, erläuterte Adalbert Busl, der dabei aus einem reichen Archiv schöpfen konnte. Waren es bei der Erstauflage vor 102 Jahren noch wenige Schwarzweiß-Fotos, die die Seiten zierten, so entstand in der Wiederauflage fast ein kleines Bilderbuch. Längst vergessene Bauernhäuser und eine historische Aufnahme des Kornthaner Weihers seien als Beispiele genannt. Adalbert Busl las bei der Präsentation aus dem Heimat- und Wanderbuch.

Älteste Wirtsstube


Der Veranstaltungsort hätte nicht passender sein können, hatte die "Steinwaldia" für ihre Buchvorstellung doch den traditionsreichen "Stefflwirt" gewählt, die älteste Wirtsstube in der Region. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten die Zupfer-Moidln aus Neustadt an der Waldnaab. Gedacht hat die "Steinwaldia" der leider viel zu früh verstorbenen Heimatdichter Theo Schaumberger und Wolfgang Kraus.

Als der damalige Schullehrer Ludwig Forster im Jahr 1914 das Heimatbuch "Wiesau und Umgebung" herausbrachte, fanden im Hof des "Stefflwirts" Pferdemusterungen statt. Wenig später mussten viele Männer den Ort verlassen; das Ziel: die Front. Warum sich der Autor in dieser düsteren Zeit dazu entschied, ein Heimatbuch mit malerischen Beschreibungen zu verfassen, ist heute schwer nachvollziehbar. Zusammen mit dem seinerzeit sehr rührigen Verschönerungsverein brachte er das Heimatbuch heraus; zuletzt war es lange Zeit vergriffen. Es eigne sich auch zum Verschenken, schloss "Steinwaldia"-Vorsitzender Norbert Reger. Mit bodenständiger Ausdruckskultur führe "Wiesau und Umgebung" den Leser durch malerisch schöne Landschaften und lasse das einstige Dorf und die damalige Bevölkerung noch einmal lebendig werden. Erhältlich ist das im Eckhard-Bodner Verlag erschienene Heimatbuch "Wiesau und Umgebung" in Buchhandlungen oder übers Internet (E-Mail steinwaldia@web.de) zum Preis von 14,80 Euro. In Wiesau kann es bei der Gemeindeverwaltung, bei der Bäckerei Härtl in Schönhaid und bei der Bäckerei Völkl am Kirchplatz erworben werden.
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