Von der Klassik zur Jam Session
Benefizkonzert ehemaliger Kreismusikschüler zugunsten von Flüchtlingskindern

Die Jazz-Combo Waldershof unter der Leitung von Vaclav Eichler begeisterte am Sonntagabend in Wiesau. Ehemalige Schüler der Kreismusikschule zeigten, dass sie noch nichts verlernt haben. Bild: jr
Kultur
Wiesau
29.12.2015
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Theodora Kupke freute sich über regen Zuspruch. Gerne würde die Vorsitzende das 500. Mitglied im Förderverein begrüßen. Bild: zch

Jakob Schröder ist als versierter Pianist bekannt. Diesmal musste der Leiter der Kreismusikschule dennoch fleißig üben. Denn Jazz ist jetzt nicht unbedingt sein Fach. Aber beim Konzert mit ehemaligen Schülern hatte er so richtig Spass an der Improvisation.

Ein ganz besonderes Benefizkonzert zugunsten der musikalischen Ausbildung der Flüchtlinge bot der Förderverein "MUT" der Kreismusikschule am Sonntag im voll besetzten Pfarrheim in Wiesau. Das Jazzkonzert mit der Big Band und anschließender Jam Session war die mittlerweile neunte Veranstaltung unter dem Titel "Ehemalige Musizieren". Unter der Leitung von Vaclav Eichler zeigten sie ihr großes Können mit Jazz und Improvisation.

Vorsitzende Theodara Kupke dankte vor allem dem Leiter der Band, der sehr viel Freizeit für die Proben und das erfolgreiche Stattfinden der Aufführungen geopfert habe. Sie betonte, dass die Lehrkräfte der Musikschule für derartige Veranstaltungen nichts bezahlt bekämen und dies immer aus Engagement täten. Für die Erstattung der Saalmiete dankte sie Pfarrer Max Früchtl, der dies aus seiner eigenen Tasche übernommen habe. Ebenfalls ging ihr Dank an Musikschulleiter Jakob Schröder, der bei einigen Stücken am Klavier mitspielte. "Er musste diesmal richtig üben", scherzte Kupke, denn Schröder käme aus der Klassik und Jazz sei nicht unbedingt sein Fach. Sebastian Faltermann (Baritonsaxophonist der Band) führte mit einer großen Portion Humor durch das unterhaltsame und abwechslungsreiche Programm.

Die Band spielte bekannte und weniger bekannte Stücke verschiedener Jazz-Stile, allesamt hervorragend intoniert, rhythmisch mitreißend und mit tollen Soli einzelner Instrumente von Laura Weiß, Marie Hofmann, Patrick Schläger und vielen anderen Solisten, die mit kräftigem Zwischenapplaus belohnt wurden. Auch komplexe und schwierige Stücke wie "Birdland", "Caravan" oder "Chameleon" wurden spannungsgeladen vorgetragen und rhythmisch hervorragend von Schlagzeuger Theo Miersberger begleitet.

"Santa Claus is coming to town", "Skyfall", "Set fire to the rain" und "Can you feel the love tonight" wurden von der angehenden Gymnasial-Musiklehrerin Lisa Weiß zu den Klängen der Band gesungen. Sie bekam viel Beifall für ihre gekonnten Darbietungen. Soli am Klavier hatte Jakob Schröder mit den Jazzarrangements von "Also sprach Zarathustra" und "Rhapsody in Blue". Er meisterte die für ihn höchst ungewöhnlichen Rhythmen und Akkorde mit Bravour und hatte offensichtlich viel Spaß an der Sache.

Am Ende der ersten Teils legte Bürgermeister Toni Dutz den gleichen Betrag wie Pfarrer Früchtl als Spende nochmal dazu und lud die Musiker zu einem Essen in Wiesau ein. Der zweite, lockere Teil mit Getränken und Knabbereien an der MUT-Bar, hatte ein "open End" und war kleineren Jam-Sessions gewidmet, bei denen auch Jakob Schröder wieder mit von der Partie war.

Vorsitzende Theodora Kupke freute sich über den starken Besuch, darunter auch einige Flüchtlinge. Sie warb für eine Mitgliedschaft im Förderverein, zu einem erschwinglichen Jahresbeitrag von zwölf Euro. Aktuell zählt der Förderverein 467 Mitglieder. "Schön wäre es, wenn wir im kommenden Jahr das 500. Mitglied begrüßen könnten."
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