Bombenstimmung beim Hutzaabend im Pfarrsaal
Seniores und Seniorinas beim Ausbuttern

Gaudi und Genuss standen beim Hutzaabend der Senioren im Pfarrzentrum im Vordergrund. Erst musste jeder selber Butter - im gläsernen Minibutterfass - schlagen, bevor es zur Belohnung Brot, Erdäpfel, Quark, Kaffee und vieles mehr zur köstlichen Butter gab. Bild: wro
Lokales
Wiesau
23.11.2015
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Josef Sertl hatte sein Butterfass draußen im Foyer des Pfarrzentrums fest im Griff. Langsam bewegte sich der hölzernen Stößel darin auf und ab: "Wird schon" vertröstete er immer wieder die Wartenden, bald könne die frische Butter verkostet werden.

Einmal im Jahr treffen sich die "Seniores und Seniorinas" der Pfarrgemeinde (so nennen sich die Wiesauer Senioren selber) zu einem herbstlichen Hutzanachmittag mit traditionellem Ausbuttern.

Ausgelassene Stimmung

Selbstverständlich gibt es dazu dann auch Kostproben der frisch gemachten Butter, Erdäpfel und knuspriges Bauernbrot werden gereicht. In der Regel geschieht das im Herbst, wenn es draußen grau und regnerisch und die Gartenarbeit längst erledigt ist. Umso fröhlicher dagegen war die Stimmung drinnen im Pfarrsaal.

Angela Kohl, die Sprecherin des Arbeitskreises Senioren im Pfarrgemeinderat, hatte passend zum Nachmittag kurze Geschichten und Anekdoten rund ums Ausbuttern mitgebracht. Von den Senioren begeistert beklatscht und kommentiert, las sie diese vor.

Die Bäuerin aus Tirschnitz kannte dazu auch einige lustige Sprüche: "Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe" oder "Mischt der Bauer Gift zur Butter, ist sie für die Schwiegermutter." Kein Wunder, dass sie um gute Laune im Pfarrsaal nicht lange betteln brauchte. Rasch entstand ein Hutzanachmittag, wie man ihn aus der früheren Zeit noch kennt. Alte Erinnerungen wurden aufgefrischt, jeder steuerte etwas bei, Senioren haben sich schließlich viel zu sagen.

Kleine Gläser wurden verteilt, darin war etwas Rahm gefüllt, und unter den Servietten hatte man altbekannte Sprüche auf bunten Zettelchen versteckt. Man hat die Verse früher beim Ausbuttern vor sich her gesagt, zur Kurzweil und zur allgemeinen Belustigung.

Gemeinsam konnte dann jeder sein Talent am Miniaturbutterfass ausprobieren, begleitet vom kurzweiligen Butterspruch: "Heilige Mutter Anna, dou die Butter zamma, sag's der Heiligen Elisabeth, dass die Butter zammagoit."

Erdäpfel und Brot

Da wurde ganz schön kräftig geschüttelt und mit etwas Geduld wurde der Rahm bald zu frischer Butter. Aus der Küche duftete es bereits verführerisch nach frischem Kaffee, Kuchen wurde gereicht. Josef Sertl, draußen am Butterfass, war inzwischen auch fertig. Sein Werk wurde in große Schüsseln verteilt und zu frischem Quark, Erdäpfeln und knusprigem Brot gereicht.
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