Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch diskutiert mit Tourismusschülern über Ausbildungsprobleme
Kein Mindestlohn fürs Praktikum

Schülerinnen und Lehrkräfte des Colegio Santa Fé aus Navojoa (Mexiko) mit MdB Uli Grötsch (links), Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein (Zweiter von rechts) und Adrian Kuhlemann (Jusos Oberpfalz). Bild: hfz
Lokales
Wiesau
22.04.2015
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"Ich bin begeistert, wie hier in Wiesau Kompetenz für den Tourismus in Deutschland ausgebildet wird." So fasste MdB Uli Grötsch seinen Besuch an der Schule für Hotel- und Tourismusmanagement zusammen. In seiner Eigenschaft als Mitglied im Tourismusausschuss des Bundestags sowie als tourismuspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion kennt Grötsch die Nachwuchsproblematik der Branche und auch die Anforderungen an die zukünftigen Leistungsträger.

Als bildungspolitisches Leuchtturmprojekt stellte Lehrkraft André Putzlocher zunächst die Doppelqualifikation an der Tourismusschule vor: In drei Jahren erreichen leistungsstarke junge Leute aus ganz Deutschland nicht nur eine schulgeldfreie Berufsausbildung als staatlich geprüfte Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement, sondern auch die allgemeine Fachhochschulreife. Seit 2014 ist die Wiesauer Schule sogar Studienzentrum der Diploma Hochschule und kann im Dualen Studium den Bachelor of Arts in Tourismuswirtschaft anbieten. Mit bereits über 230 Absolventen bzw. über 120 aktuellen Schülern hat sich die Schule überregional etabliert.

Da in die Ausbildung etwa sechs Monate Betriebspraktika im In- und Ausland integriert sind, unterhält Wiesau enge Kontakte auch zu Schulen im Ausland. So befindet sich derzeit eine Delegation mit Lehrkräften und Schülern aus der Partnerschule Colegio Santa Fé aus dem mexikanischen Navojoa in Wiesau. Gemeinsam mit Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein konnte Uli Grötsch mit den Gästen aus Mexiko über den Tourismus in Lateinamerika und insbesondere dessen ökologische Ausrichtung diskutieren. Auch erfuhr Grötsch von den Gästen viel über Anforderungen ausländischer Gäste an die Destination Deutschland. Mit den Schülern der 12. Klasse der Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement tauschte sich Grötsch über Anregungen zum Tourismus in der Region aus und nahm insbesondere die Ausbildungsproblematik auf, dass Praktika beim Mindestlohn - anders als in Österreich - bislang noch ausgenommen sind. Dies können die Schüler nur schwer verstehen, da sie in den Praktikumsbetrieben ihre anspruchsvollen und auch anstrengenden Aufgaben gut meistern.

Bei dem von der Wiesauer Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe unter Fachlehrer und Küchenmeister Markus Schultes zubereiteten Mittagessen vereinbarte Uli Grötsch mit der Schulleitung weitere Kooperationsgespräche, um dem Tourismus in der Region und vielleicht auch auf Bundesebene Impulse geben zu können.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.bfs-hot.de
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