Ein Gebot der Stunde

Viele Vorschläge für den Lehrplan des neuen Bildungsangebots "Informationstechniker" kamen von den Experten aus den Betrieben. Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein (links) war für zahlreiche Anregungen dankbar. Bild: sbü
Lokales
Wiesau
30.01.2015
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Arbeitnehmer mit gewerblich-technischen Berufen müssen oft weite Wege auf sich nehmen, um sich im Bereich der Informatiktechnik weiterzubilden. Das Berufsschulzentrum Wiesau ist dabei, ein Fortbildungsangebot zum staatlich geprüften Informationstechniker zu entwickeln

(sbü) Die Informationstechnologie hält zunehmend Einzug in den Produktionsbereich. So will zum Beispiel die Bundesregierung mit dem "Projekt 4.0" die Informatisierung der Fertigungstechnik vorantreiben und die intelligente Fabrik entwickeln. Maschinen werden dabei immer mehr miteinander vernetzt.

Vom gewerblich-technischen Facharbeiter werden dadurch vertiefte Kenntnisse aus der Informatik-Technik verlangt. Das heißt für viele: Fortbildung. Ein neues zweijähriges Bildungsangebot des Berufsschulzentrums Wiesau soll dafür entwickelt werden. Für dessen Leiter Dr. Wolfgang Eckstein "ein Gebot der Stunde". Vertreter von namhaften Betrieben, zum Teil Weltmarktführer ihres Produktbereichs, waren gekommen, um Empfehlungen aus der betrieblichen Praxis für die neu aufzustellenden Lehrpläne zu formulieren.

Damit soll vor allem den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft entsprochen werden. So schwirrten Dutzende von Fachbegriffen durch den Raum: SPS-Programmierung (Speicherprogrammierbare Steuerung) oder Programmsprache "Step 7" sind dafür zwei Beispiele.

Und dass es Bussysteme in der Datenverarbeitung gibt, die bestimmt nichts mit dem regionalen Nahverkehr zu tun haben, konnte man auch lernen. So wurde vieles zusammengetragen und protokolliert, was die Expertenrunde an Kenntnissen bei den zukünftigen Informationstechnikern für erforderlich hält. Auch Informationssicherheit und Datenschutz wurden für wichtig erachtet.

Für die Inhalte der Weiterbildung gibt es Vorgaben des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in Bayern. Internetanwendungen, Technische Informatik, Betriebssysteme und Administration, Kommunikations- und Netzwerktechnik, Datenbanken und Programmierung sind darin schon aufgeführt. Die Expertenrunde war somit aufgefordert, vor allem die Wahlpflichtfächer mit zu gestalten.

Sehr deutlich wurde dabei auch der Wunsch nach "möglichst viel Hardware-Nähe" im Gegensatz zu den Fortbildungsinhalten für die kaufmännischen IT-Anwendungen. Schulleiter Dr. Eckstein ist optimistisch, die Genehmigung für das neue Fortbildungsangebot zu erhalten. Starttermin könne dann im nächsten Jahr liegen.

Diskutiert wurde auch, ob eventuell auch ein Blockmodell angeboten werden kann, um berufsbegleitend diese Fortbildung zu ermöglichen. Einig waren sich die Experten auch darin, dass die verschiedensten gewerblich-technischen Berufe in unterschiedlichem Umfang sich für diese Fortbildung eignen. Mechatroniker und Industriemechaniker stehen in einer solchen Rangfolge ganz oben. Die Mindestklassenstärke liegt bei 16 Schülern. Mit dem Abschluss Informationstechniker wird gleichzeitig auch die Hochschulberechtigung verbunden sein.
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