Franz Dürrschmidt warnt vor den Gefahren des Frackings - Politischer Aschermittwoch der Freien ...
Bahnlärm: Für Schallschutz laut werden

Lokales
Wiesau
24.02.2015
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Gut besucht war der politische Aschermittwoch der Freien Wähler Wiesau im Gasthaus Gleißner in Muckenthal. Aufs Fischessen folgte politische Kost - serviert von Markt- und Kreisrat Franz Dürrschmidt.

Er listete Einwohnerzahlen und Haupteinnahmequellen des Marktes Wiesau auf. Tief in die Tasche greifen müsse Wiesau für Kreisumlage (1,4 Millionen Euro), Investition Kirchplatz (1,1 Millionen Euro), Kanal Wilhelm-Maurer-Weg (900 000 Euro). Durch großzügige Stabilisierungshilfen von 600 000 Euro im Jahr 2013 und 800 000 Euro im Jahr 2014 habe der Schuldenstand auf 5,2 Millionen Euro gesenkt werden können. Weitere Stabilisierungshilfen seien nötig. "Unabhängig davon sollten Sparmaßnahmen ergriffen und Neuinvestitionen kritisch durchleuchtet werden", forderte Dürrschmidt. Positiv beurteilte er die vorübergehende Übernahme der Postfiliale in Wiesau durch den Markt. "Wiesau ohne Postfiliale, so etwas wäre unvorstellbar." Erfreulich nannte der Kreisrat den Bauantrag des Landkreises Tirschenreuth zur Erweiterung der Berufsschule in Wiesau. "Für 7,5 Millionen Euro entstehen sieben neue Klassenzimmer, Verwaltungsräume, Lehrerzimmer und Außenanlagen." Hochzufrieden zeigte sich Franz Dürrschmidt mit dem Ausgang der Kommunalwahlen. Die Freien Wähler hätten einen Sitz im Marktgemeinderat dazugewonnen, im Kreistag die 13 Mandate verteidigt und die Wiederwahl von Landrat Wolfgang Lippert gefeiert.

Ein immer wiederkehrendes Thema stelle die Ausbaubeitragssatzung bei Erneuerungen und Verbesserungen von Ortsstraßen dar. Zuschüsse aus München seien dringend erforderlich. Wiesau könne es sich nicht leisten, auf Ausbaubeiträge zu verzichten.

Selbst vorsorgen

Zu den Kanalbaumaßnahmen in der Kettelerstraße und im Wilhelm-Maurer-Weg merkte Dürrschmidt an, dass ein Stauraumkanal (320 Kubikmeter) die Hauseigentümer nicht davon befreie, in ihren Anwesen Regenrückstauvorrichtungen einzubauen. "Aufmerksam beobachten sollten wir die Entwicklung bei der geplanten Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof." Bis zu 80 Güterzüge könnten dann pro Tag durch Wiesau rollen und enorme Lärmbelästigungen und Erschütterungen mit sich bringen. "Wir müssen darauf bestehen, dass die Bundesbahn verpflichtet wird, Schallschutzmaßnahmen zu finanzieren."

Hellwach sollten alle Fraktionen gegenüber Fracking sein. "Wir beziehen einen Teil unseres Trinkwassers von der Steinwaldgruppe. Und diese liegt auch im Einzugsbereich des Weidener Beckens." Stichwort Monstertrasse: Hier erwarten die Freien Wähler eine "vernünftige Entscheidung" in Berlin und München. "Wir brauchen keinen Strom aus veralteten Kohlekraftwerken. Eine Gleichstromtrasse, die nur unsere Landschaft verschandelt, in die wir keinen Strom einspeisen und auch keinen Strom entnehmen können, lehnen wir ab."

Standortvorteil

Dürrschmidt begrüßte, dass das Förderprogramm für Bauwillige im Gebiet hinterm Rathaus verlängert wurde. Für Jugendförderung waren im Haushalt 2000 Euro eingeplant. Nur 1370 Euro seien von den Vereinen abgerufen worden. Das Thema Bahnhofsanierung oder Abriss bewege die Wiesauer. Ob eine Bürgerbefragung die Entscheidung im Gemeinderat erleichtere, stufte Franz Dürrschmidt als fraglich ein. Mit Blick auf das Bahngelände meinte er, ein möglicher Gleisanschluss sollte bei der Erschließung von neuen Industriegebieten berücksichtigt werden. Dies wäre ein weiterer Standortvorteil für Wiesau.
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