Freibrief sinnloser Abholzung?

Rund 40 interessierte Teilnehmer zählte der Bund Naturschutz bei der Waldbegehung nahe der Autobahn A 93. Dort soll ein großes Gewerbegebiet für Waldsassen, Mitterteich und Wiesau entstehen. Die Naturschützer bezweifeln die Sinnhaftigkeit. Bild: mdk
Lokales
Wiesau
22.04.2015
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Klotzen statt kleckern, meinen die Befürworter des Gewerbegebietes an der Autobahn. 75 Hektar groß soll es werden. Da passen 140 Fußballfelder hinein. Der Bund Naturschutz meldet schon mal Widerstand an.

"Ist der von der Bundesregierung verkündete Flächenschutz gewährleistet oder werden wirtschaftliche Interessen mehr den je zum Freibrief für sinnlose Abholzung großer, intakter Waldflächen?" Diese Frage stellt sich der Bund Naturschutz, angesichts zunehmender Gewerbeflächen auch auf dem Land. Die Kreisgruppe Tirschenreuth hatte deshalb zu einer Waldbegehung entlang der A 93 eingeladen.

Für die Naturschützer, die sich zahlreich an dieser informativen Wanderung beteiligten, taten sich viele Fragezeichen auf. Was soll hier angesiedelt werden? Gibt es bereits Bewerber? Wer hat davon einen Nutzen? Und vor allem: Wie kann man - nur auf vage Vermutungen hin - planen, ein derart ökologisch wertvolles Waldgebiet zu roden?

Josef Siller vom Bund Naturschutz und Otto Hauenschild vom Landesverband für Vogelschutz erläuterten nachdrücklich, was dabei alles geopfert würde. Ihre Argumente umfassten zahlreiche Details, darunter die Vernichtung einer wertvollen Kiefer-Schneeheide-Gesellschaft und Gefährdung weiterer bedeutsamen Florenelemente, wie Sparrige Binse, Rippenfarn, Moosbeere, die Beeinträchtigung der angrenzenden Waldflächen, die im Bereich der Waldnaabauen-Schutzprojektes liege. Negative Auswirkung auf störungsempfindliche Vogelarten, wie Seeadler, Schwarzstorch, Kranich, Waldwasserläufer, Krickente und Schellente werden ebenso befürchtet.

Diese Vorkommen hätten eine einzigartige überregionale Bedeutung. Des weiteren werde auch die Möglichkeit genommen, das Waldgebiet so zu entwickeln, um dem Auerhuhn und Haselhuhn eine Wiederbesiedlung zu ermöglichen.
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