Im Leben Platz schaffen für Neues

Kathrin Karban-Völkl (links) forderte beim Frauenfrühstück des Katholischen Frauenbunds Wiesau dazu auf, "das Leben zu entrümpeln". Bild: si
Lokales
Wiesau
09.10.2014
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Wer kennt das nicht - überfüllte Keller und Dachböden? Das Gerümpel nimmt zu, versperrt den Weg. Im Innern des Menschen ist das oft nicht anders. Ein Vortrag ermunterte nun zum "Großputz".

Mit ihrem Vortrag "Das Leben entrümpeln" beim Frauenfrühstück des Katholischen Frauenbunds Wiesau zog Kathrin Karban-Völkl die ganze Aufmerksamkeit von über 80 Frauen auf sich. "Glauben Sie nicht, dass mein Keller aufgeräumter ist als Ihrer", stimmte die Referentin die Zuhörerinnen ein. Das praktische Entrümpeln finde meist statt, wenn Besuch komme oder an Weihnachten und Ostern. "Was ich nicht mehr brauche - weg damit", riet Kathrin Karban-Völkl. Ein Satz, den die Besucher im Pfarrzentrum noch öfter hörten. "Wer umzieht, staunt oft, was er so alles hat." Auch Menschen, die kurz vor ihrem Tod stünden, "entrümpeln und ordnen ihr Hab und Gut, aber auch ihre Beziehungen".

Sorgen loswerden

Ein anderes Wort für entrümpeln sei entsorgen - "die Sorgen loswerden". Intensiv ging die Referentin auf die Frage ein, warum denn das Entrümpeln so schwierig ist. "Gerümpel hat etwas mit der Vergangenheit zu tun." Viele Dinge seien mit Erinnerungen verknüpft. Auch das schlechte Gewissen spiele eine Rolle, "denn vielleicht kann ich die Sachen ja noch einmal brauchen". Kathrin Karban-Völkl ermunterte: "Überlegen Sie, was Sie nicht mehr brauchen." Es koste oft Überwindung, sei aber wichtig sich von manchen Dingen zu trennen.

Der Spruch "Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum suchen" stimme definitiv nicht. Mehr Ordnung bringe mehr Zeit und deshalb auch mehr Lebensfreude. "Je mehr Gerümpel wir in und um uns haben, umso langsamer kommen wir voran." Immer wieder stellte die Referentin Fragen an die Zuhörerinnen und sorgte so für reichlich Gesprächsstoff. Der richtige Zeitpunkt zum Entrümpeln sei, "wenn man Lust dazu hat". Kathrin Karban-Völkl riet, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen "und bitte: alles ohne Zeitdruck". Ein weiterer Tipp, der alle zum Schmunzeln brachte: "Niemals mit dem Mann entrümpeln. Denn Männer können sich bekanntlich noch schwerer von etwas trennen." Leitsatz von Kathrin Karban-Völkl: "Alles, was man drei Jahre nicht gebraucht hat - weg damit!"

Freiheiten

Aber nicht nur das Entrümpeln von Dachboden und Keller seien wichtig. "Auch die Seele muss entrümpelt werden." Das sei oft gar nicht so leicht. "Aber glauben Sie mir, Sie werden erstaunt sein, wie viel mehr Freiheit Sie dadurch bekommen."
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