Im Zug zum Schlachtviehhof

Lokales
Wiesau
14.11.2014
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Das Pfarrzentrum wurde zum "königlich bayerischen Amtsgericht". Das Publikum musste aufstehen, als der Richter den Raum betrat. Vor ausverkauftem Saal bescherte die Theatergruppe "Shalom Amitié" ihrem Publikum einen heiteren Theaterabend.

Auf der richterlichen Tagesordnung standen "Der Fünfer", "Der Pfarrergockel" und "Die Entführung". Anlässlich ihres 30. Geburtstages hatten sich die Mitglieder der Gruppe "Shalom Amitié" diesen Klassiker, der jahrzehntelang die Fernsehzuschauer erheiterte, vorgenommen. Zur Erheiterung des Publikums zogen die Akteure alle Register ihrer Schauspielkunst.

Spagat gelingt

Geschickt gelang dabei der Spagat zwischen der "guten alten Zeit" zum "hier und Jetzt". Umgemünzt auf die Marktgemeinde Wiesau erlebten die Zuschauer einen Theaterabend, bei dem auch manch amüsante Begebenheit aus dem gemeindlichen Leben auf die Schippe genommen wurde. Am 15. und 22. November gibt es weitere Vorstellungen. Bereits im ersten Fall "Der Fünfer" hatte der Richter (Bernhard Neumann) seine liebe Not damit, Licht in die unterschiedlichen Aussagen zu bringen. Unterstützt von der Wachtmeister (Annalena Heindl) und dem Justizrat (Kevin Puß) ging er der Sache auf den Grund.

Vor Gericht stand der Großbauer Nialinger (Florian Greil) aus Kornthan. Der angesehene Bürger und gute Katholik wurde des Kirchenraubs beschuldigt. Der Bauer, der jeden Sonntag anscheinend einen Fünfer in den Klingelbeutel wirft, soll diesen Betrag wieder entwendet haben.

Misshandelt und getötet

Licht in diesen Vorgang sollen Pfarrersköchin Ursula Attenberger (Margot Konz) und Mesner Löschhirn (Alexander Höcht) bringen. Auch Großbauer Freimelhuber (Herbert Schicker) wurde zum Tathergang vernommen. Nach und nach klärte sich die Angelegenheit. Um das liebe Federvieh ging es im zweiten "Fall". Kurz vorher noch als Zeugin vernommen stand jetzt die Pfarrersköchin selbst vor Gericht: Der Staatsanwalt (Kevin Puß) klagte sie an, den Gockel der Nachbarin Maria Asenbeck (Sonja Herneczky) misshandelt und getötet zu haben.

Der Versuch des Bürgermeisters Korbinian Kottmayer (Michael Holm), die Parteien vor der Eskalation zu versöhnen, hatte leider nichts gebracht. Bis ins kleinste Detail erfuhr das Publikum alles über das "sündige" Leben des Gockels, das die Pfarrersköchin nicht dulden konnte.

Metzgermeister Mathias Praxenthaer (Florian Greil) und der ehemalige Nachtwächter Vitus Dengl (Herbert Schicker) standen wegen Entführung vor Gericht. Margarete Held (Silke Schicker) und ihr Ehemann Korbinian (Markus Weig) haben die beiden angezeigt. Sie sollen ihren Freund, den Viehhändler Korbinian Held, nach einem feuchtfröhlichen Abend in eine Schweinesteige gelegt und schlafend mit dem Zug nach Amberg in den Schlachtviehhof geschickt haben.
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