Immer sportlich und fidel

Lokales
Wiesau
11.06.2015
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Ob es um Punkte und Pokale geht oder um den Spaß an der Freud: Kegeln hat eine lange Tradition als Volkssport. Seit 80 Jahren halten ihn "Die Fidelen" ganz offiziell in Wiesau hoch.

Mit einem Bürgerkegeln ab diesem Wochenende und einem Festabend im Juli feiert der Kegelverein "KSV - Die Fidelen Wiesau" sein 80-jähriges Bestehen. Zu diesem sportlichen Wettbewerb sind alle Wiesauer Bürger eingeladen, ebenso sämtliche Angehörige von Wiesauer Vereinen (siehe Kasten).

Der Blick in die Historie des Wiesauer Kegelsportes geht sehr weit zurück. Wolfgang Reichert, der derzeit die Geschicke der Wiesauer Kegler leitet, blickt zum Anlass des Jubiläums auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.

Über 400 Jahre Tradition

"Als sich vor genau 80 Jahren die ersten Sportkegler in Wiesau zusammenfanden, dachte noch keiner an Wettkämpfe, Punkte, Tabellen oder Pokale", sagt Reichert. "Kegeln war schon in alter Zeit ein Vergnügen. Zwischenzeitlich war es auch verboten und wie schon immer gab es auch hier Auswüchse, die die kirchlichen Väter gar nicht gerne sahen. Um dem Kegeln zu frönen wurde das eine oder andere Mal auch schon mal auf den Kirchgang verzichtet. Ob das in Wiesau auch so war, ist nicht überliefert. Sicher ist jedoch, dass dieser Freizeitsport erstmals 1579 im Ort urkundlich erwähnt ist."

Kegeln im Freien

Gekegelt wurde damals noch im Freien, auf ebener Erde. Bahnen im heutigen Sinn waren lange Zeit unbekannt. Die wahrscheinlich erste Kegelbahn unter einem Dach wurde 1878 im Gasthof "Stadt Wien" erbaut. Bereits 1887 folgte eine weitere Bahn im Gasthof "Friedenfels". Aber das Kegeln war damals noch nicht Sache eines Kegelvereins, sondern wurde von jedermann gepflegt, erinnert der Vorsitzende.

Im Zusammenhang mit einem damals häufig durchgeführten Preiskegeln wird für 1922 auch der Wiesauer "Kegelclub Apollo" erstmals genannt. Doch dabei handelte es sich keineswegs um Sportkegler, sondern um Leute, die der Gemütlichkeit wegen auf die Kegelbahn beim Lippert - besser bekannt als "Stadt Wien" - gingen, um dort ihre knappe Freizeit zu verbringen. Bereits in den 1920er Jahren entstand der Kegelclub "Die Fidelen". Im Dritten Reich wurde der Verein im Zuge der Gleichschaltung aufgelöst, wurde aber bereits 1935 als "SKC Die Fidelen" neu gegründet und schloss sich dem Deutschen Keglerbund an.

Neuanfang an Tankstelle

Vor dem Krieg glückte dem SKC fast der Vorstoß ins Finale zu den bayerischen Meisterschaften. Im Krieg wurde der Kegelbetrieb dann jedoch eingestellt, die Kegelbahn zweckentfremdet. Der Kegelsport in Wiesau geriet vorübergehend in Vergessenheit.

Ein Neuanfang zeichnete sich ab, als 1952 bei der damaligen Tankstelle Söllner eine neue Kegelbahn gebaut wurde. Im Jahr darauf bildete sich der KSV 1953 Wiesau. Ihm gehörten in den ersten Jahren auch Kegler der späteren "Fidelen" an, die zu dieser Zeit noch nicht wiedergegründet waren.

Aus zwei mach eins

Der KSV erlebte eine rasche Aufwärtsentwicklung. 1961 machten sich die "Fidelen" wieder selbstständig. 2002 schlossen sich die beiden Vereine endlich wieder zusammen und sind seit dieser Zeit als "KSV - Die Fidelen Wiesau" ein eingetragener Verein, der mit seiner Herrenmannschaft und dem Damenteam nun in der Keglervereinigung Oberfranken/Oberpfalz spielt. Die Mitglieder sind stolz darauf, dass die beiden einst getrennten Wiesauer Vereine nun auf einer freundschaftlich-sportlichen Basis zusammenarbeiten.
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