Italo-Western und Comedy

Als Westernlady hatte Christina Baumer (links) im i-camp Neues Theater ihre erste Münchner Theaterpremiere. Bild: Edward Beierle
Lokales
Wiesau
11.08.2015
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Was ein Spaghetti-Western mit Rechtsextremismus zu tun hat, erlebte Christina Baumer live. Im Theaterstück "Wir waren nie weg. Die Blaupause" mimte die in Wiesau aufgewachsene Schauspielerin eine Westernlady. Und das mit aktuellem Hintergrund.

Das zeitkritische Stück verfolgt ein besonderes Ziel: Unter Regie von Christiane Mudra ist es Aufgabe des fünfköpfigen Ensembles, mittels der Kulturform "Theater" die Bevölkerung wachzurütteln und auf eine schleichend fortschreitende Ausländerfeindlichkeit aufmerksam zu machen.

Um ihre Rolle glaubwürdig zu spielen, tauchte Christina tief in die politische Thematik ein. Zum Probenkonzept gehörte auch der Besuch einer Gerichtsverhandlung des NSU-Prozesses. Die Freilicht-Bühnen befinden sich an ehemaligen Schauplätzen rassistischer Verbrechen. "Wir probten unter anderem auf der Theresienwiese, am Ort des Oktoberfest-Attentats sowie im ehemaligen Büro der neonazistischen AVÖ um Ewald Althans, bis wir im Theater ankamen", erzählt die Schauspielerin.

Dass dabei immer wieder als Hintergrundmusik die berühmte Mundharmonika aus dem Film "Spiel mir das Lied vom Tod" zu hören ist, geht der jungen Darstellerin sehr ans Gemüt. "Es ist unbeschreiblich bewegend, durch die Theaterrolle derart intensiv mit Verbrechen konfrontiert zu werden, die uns alle nicht kalt lassen dürfen", sagt sie. Unter den fünf Darstellern war sie die jüngste. Ein Vorteil, für den sie sehr dankbar bist: "Ich profitierte vom Erfahrungsschatz meiner Kollegen und lernte so auch viel dazu."

Denn Stillstand gebe es in ihrem Job nicht, meint sie weiter und lacht: "Ich werde wohl bis ich 80 bin arbeiten müssen, denn auf eine Rente brauchen freiberufliche Schauspieler nicht zu hoffen. Und ich werde ein Leben lang weiter dazulernen." Neue Erfahrungen und großen Erfolg hat ihre Hauptrolle in einem Kurzfilm der Filmhochschule München gebracht. Unter Regie von Nancy Camaldo und unter Seminarbegleitung des bekannten Regisseurs Miroslav Mandic spielte Christina Baumer in der schwarzen Komödie "Großvater's Nüsse" eine schwangere Frau, die ihren Ehemann mit einer Lammkeule - die sie eigentlich gerade kochen wollte - erschlägt.

Bei den Dreharbeiten bestätigte sich ihre Zielrichtung "Kabarett und Comedy". Miroslav Mandic bescheinigte ihr ein hohes Talent als Komödiantin. Weitere Premieren folgen im Herbst als Kabarettistin bei der Comedytour München und beim Comedydinner Café Kolbert. "Ich bin rund um die Uhr beschäftigt. Und ich habe bereits zu vielen Münchener Kollegen Kontakte geknüpft", antwortet Christina Baumer auf die Frage, ob der Umzug ins teure München die richtige Entscheidung war. Demnächst starten die Dreharbeiten für einen ZDF-Fernsehfilm und eine BR-Serie. Mehr dazu darf Baumer noch nicht verraten.

In der Heimat hat Christina Baumer ihren nächsten Auftritt am 10. Oktober zusammen mit dem Fernseh- und Theaterschauspieler Jürgen Fischer und dem Musiker Roland Pongratz bei der Wirtshauslesung "Des san G'schichten" im Gasthaus Weißenstein in Fuchsmühl. Mit dieser Wirtshauslesung tourten Christina Baumer und ihre Kollegen bereits erfolgreich durch Niederbayern. Karten gibt es per Telefon 09634/1207.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.i-camp.de
http://www.christina-baumer.de
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