Jugend über Facebook erreichen

Franz Arnold (links) ernannte Ottmar Böhm (rechts) zum Ehrenkreisbrandmeister Bild: kro
Lokales
Wiesau
24.11.2014
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Gar nicht mit dem Gedanken abfinden, dass die Atemschutzstrecke nach Neuhaus verlegt werden könnte, will sich Dr. Wolfgang Fortelny. "Ich werde keine Ruhe geben, aus Weiden und Neustadt kommt nie irgendetwas zu uns herauf", erklärte er bei der Herbst-Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten.

Bei der Versammlung der Kommandanten und ihrer Stellvertreter erklärte Kreisbrandrat Franz Arnold, dass momentan eine gemeinsame Atemschutzübungsstrecke inklusive Atemschutzwerkstatt zusammen mit dem Landkreis Neustadt am Standort Neuhaus geprüft werde. Daraus erhoffe man sich Synergieeffekte. Das schmeckt allerdings Dr. Wolfgang Fortelny aus Waldsassen überhaupt nicht. "In diesem Punkt werde ich keine Ruhe geben", sagte er. "Hier in Tirschenreuth wird doch eine hervorragende Ausbildung angeboten", rechtfertigte er seinen Unmut.

Erweiterter Probebetrieb

Zum Stand des Digitalfunks erklärte Franz Arnold , dass das System seit 15. Oktober freigeschaltet sei. Seither laufe auch der erweiterte Probebetrieb. Die Sicherheitskarten für den ILS-Bereich Nordoberpfalz seien bereits geliefert und werden nun von den Kommunen nach und nach beschafft. Wie, wann, wo und wer die Fahrzeugfunkgeräte einbaue, stehe noch nicht fest.

In seinem Rechenschaftsbericht wartete der Kreisbrandrat mit interessanten und aufschlussreichen Zahlen auf. Bis einschließlich 21. November waren die Wehren in diesem Jahr bei 1621 Einsätzen aktiv. Dafür wurden 23 968 Stunden aufgewendet. Die Einsatzzahlen, so Arnold, seien im Vergleich zu 2013 um gut 17 Prozent gestiegen. Bei 140 Brandeinsätzen waren auch 15 Großbrände zu verzeichnen.

Im Berichtszeitraum tätigten die Wehren 890 Technische Hilfeleistungen. Darunter 196 im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen mit Fahrzeugen. Bei den Einsätzen im Bereich Technische Hilfeleistungen (THL) konnten 52 Menschen gerettet werden, 15 konnten nur noch tot geborgen werden. Die Brandeinsätze stiegen um fast 35, die THL-Leistungen um 14,1 Prozent. Erfreulich sei es, so der Kreisbrandrat, dass die Zahl der Fehlalarme auf 181 zurückgegangen sei, gut zwanzig Prozent. Einen "böswilligen" Alarm, gab es 2014 nur einmal. 2013 waren es 75.

109 Leistungsprüfungen

In seinem weiteren Bericht wies Arnold darauf hin, dass in diesem Jahr 109 Leistungsprüfungen absolviert worden sind. Im Vorjahr waren es nur 66. An den staatlichen Feuerwehrschulen haben sich 145 Feuerwehrkameraden fortgebildet.

Der Wiesauer Bürgermeister Toni Dutz betonte in seinem Grußwort, dass die Kommunen alles mögliche tun, um die Feuerwehren optimal auszustatten. Viele Bürger wüssten gar nicht, was die Feuerwehren alles leisteten und kritisierten deshalb oft Anschaffungen. Landratsstellvertreter Roland Grillmeier befand, "der Landkreis, die Kommunen und die Feuerwehren, arbeiten gut zusammen.". Erfreut zeigte er sich, dass sich viele junge Leute in den Wehren engagieren.

Johann Brandl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Waldsassen ging auf das tägliche Miteinander ein. Beide Institutionen müssten oft schwierigste Aufgaben lösen, "wir können uns aufeinander verlassen".

Manfred Maurer vom BRK stellte, die hochprofessionelle und freundschaftliche Zusammenarbeit beider Organisationen heraus.

Bernhard Schmidt, Kommandant der Erbendorfer Wehr, kritisierte unter anderem, dass die Homepage des Kreisfeuerwehrverbandes nicht aktuell sei. Zudem forderte er, das sich die Feuerwehr sozialen Netzwerken nicht verschließen sollte, "denn die Jugend erreicht man über Facebook".
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