Mittler zwischen Amt und Bürger

Feldgeschworene gibt es seit dem Mittelalter. Bei der Tagung im Pfarrzentrum ehrte der Landrat langjährige "Siebener". Unser Bild zeigt von links: Albert Hösl, Wolfgang Lippert, Bürgermeister Manfred Kratzer aus Ebnath, Karl Busch, zweiter Bürgermeister Waldershof, Alois Reichenberger, Christof Brunner, Fritz Holm, zweiter Bürgermeister Wiesau, Alfred Wolf, dritter Bürgermeister Bärnau, Hubert Becher und Frank Borchardt. Bild: hfz
Lokales
Wiesau
14.11.2014
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Es gibt sie seit dem 13. Jahrhundert, die sogenannten Siebener. Sie sind auf Lebenszeit bestellt. Und sie sind verschwiegen, wissen geheime Zeichen zu deuten.

Wann immer Grundstücks- und Grenzfragen zu klären sind, die Feldgeschworenen sind dabei. 200 gibt es im Landkreis Tirschenreuth. Drei aus ihrer Zunft wurden jetzt für langjährige Treue ausgezeichnet. Christof Brunner aus Bärnau ist seit 50 Jahren ein "Siebener". Seit 25 Jahren arbeiten Hubert Becher in Ebnath und Alois Reichenberger in Waldershof in diesem Ehrenamt.

Mitarbeit unverzichtbar

Der Leiter des Vermessungsamtes, Anton Hösl, sagte bei der Tagung im Pfarrzentrum, dass auch künftig bei Grundstücksvermessungen die Mitwirkung der Feldgeschworenen unverzichtbar sei. Sie werde durch die neuen automatisierten Verfahren in keinster Weise eingeschränkt.

Durch ihren Einsatz und die langjährige Erfahrung trügen sie sehr zur zuverlässigen Dokumentation von Grund und Boden bei. "Die Einrichtung der Feldgeschworenen bewährt sich in Bayern täglich aufs Neue", lobte er.

Das Feldgeschworenenwesen sei ein Stück Gewaltenteilung, die heute genauso sinnvoll, wie in früheren Zeiten sei. Die Mitwirkung angesehener Gemeindebürger bei der Sicherung der Grundstücksgrenzen sei Modellbeispiel lebendiger, bürgernaher Verwaltung.

Die Zusammenarbeit zwischen Amt und Feldgeschworenen bezeichnete der Sprecher als problemlos. Die "Siebener" wirkten nicht nur bei der Vermessung und Abmarkung tatkräftig mit, sondern leisteten auch im Vorfeld hervorragende Arbeit.

Das Vertrauen, das sie bei der Bevölkerung genießen, trage viel zum positiven Ansehen der Vermessungsverwaltung bei. Wegen ihrer genauen Ortskenntnisse und der regen Mithilfe sowie ihrer konstruktiven Rolle in manch schwierigen Grundstücks- und Grenzangelegenheiten seien sie bei Grundstückseigentümern und Bediensteten des Amtes gleichermaßen geschätzt. Landrat Wolfgang Lippert erinnerte daran, dass das Amt der Feldgeschworenen das älteste, noch erhaltene Ehrenamt der kommunalen Selbstverwaltung ist.

Stolz sein auf Auszeichnung

Diese ehrenamtlich tätigen, ortsansässigen Bürger, erfüllten eine wichtige Mittlerfunktion zwischen der Behörde und dem Bürger und seien unverzichtbare Partner. "Sie sind nicht von dieser Aufgabe wegzudenken und können mit Stolz die Auszeichnung des Finanzministers entgegennehmen."
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