Perfekt und mitreißend

Dirigent Patrick Oroudji (links) leitete das Orchester sicher. Das Ensemble begeisterte perfekt abgestimmt mit Polka, Walzern und Märschen. Bild: jr
Lokales
Wiesau
28.09.2015
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Mit wunderschönen Egerländer Melodien entführte der Musikverein Wiesau und Umgebung ins Nachbarland. Die Blasmusiker begeisterten mehr als vier Stunden lang und lockten bei ihrer musikalischen Reise ins Böhmische auch aufs Tanzparkett.

Es war schon mehr als erstaunlich, welches Repertoire die Wiesauer Blasmusiker am Samstag im Pfarrzentrum St. Michael aufboten. Ein Böhmischer Abend, der erneut Maßstäbe setzte. Das Ensemble unter der musikalischen Leitung ihres jungen Dirigenten Patrick Oroudji riss das Publikum mit. "Das ist ein wirklich gelungener Abend", schwärmte anerkennend ein begeisterter Zuhörer; oder um es mit Ernst Moschs Worten zu sagen: "Da passte kein Blatt dazwischen." Das musikalische Feuerwerk aus Walzer, Polka und Märschen moderierte der Dirigent selbst.

Bekannte Weisen, die einst Ernst Mosch und seine "Original Egerländer Musikanten", Hubert Wolf oder auch Ernst Hutter bekanntgemacht hatten, begeisterten die Zuhörer im ausverkauften Saal des Wiesauer Pfarrzentrums.

Die zweisprachige Speisekarte war - wie das musikalische Abendprogramm - reichhaltig und bot so allerlei für den Gaumen: unter anderem Szegediner Gulasch, Böhmische Kartoffelsuppe, Käsebrot und natürlich süffiges Pivo. Und wer Lust auf einen süßen Nachtisch bekam, für den hielt das fleißige Küchenpersonal einen Pfannkuchen mit Pflaumenmus bereit. Für den kleinen Hunger zwischendurch gab es leckere Fischhäppchen.

Fein abgestimmt

Weiche Melodien, fein abgestimmte Klarinetten, Flügel- und Tenorhörner, dazu eine perfekte Darbietung aller Musiker machten das Blasmusikkonzert zu einer runden Sache. Der harmonisch perfekte Vortrag des Gesangsduos Patrick Oroudji und Christian Hampel erinnerte an die legendären Auftritte von Ernst Mosch und Franz Bummerl. Und als dann der "Dompfaff" erklang, waren auch die letzten Zweifler restlos vom Können der Wiesauer "Böhmischen Blasmusiker" überzeugt.

Überraschungen eingebaut

Die Musikanten hatten auch das eine oder andere Überraschungszuckerl im Programm versteckt: "Rosamunde" erklang zweisprachig, wobei es sich auf Tschechisch fast noch schöner anhörte. Natürlich durften Norbert Gälles Polka "Böhmischer Traum" genauso wenig fehlen wie die von Wenzel Hesky geschriebene "Prager Polka".

Das Orchester war von Patrick Oroudji perfekt abgestimmt. Für ein wenig Gänsehautfeeling sorgten "Das kleine Dörfchen", die "Budweiser Kirmes" und "Wir sind Kinder von der Eger". Überraschungsgast Kurt Grillmeier beherrschte das Spiel mit den Löffeln bei der gleichnamigen Polka perfekt. In der Pause sorgten die "Egerländer Singgruppe der Eghalanda Gmoi z' Waldsassen" unter der Leitung von Alois Fischer am Akkordeon sowie Ludwig Nappert aus Schirnding mit seinen egerischen G'schichten für Heiterkeit und Abwechslung.

Ein "persönliches Ständchen" gewann die Wiesauerin Martina Koller bei einem kleinen Wettbewerb beim Böhmischen Abend. Übrigens: Aufgrund des großen Besucherandrangs hatte am Samstag die Tanzfläche verkleinert werden müssen, was die Stimmung aber nicht dämpfte. Getanzt wurde trotzdem.
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