Räte lassen weiter Kugeln rollen

Lokales
Wiesau
20.11.2015
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Die Wiesauer Kegler bangen um ihre Zukunft. Und so wundert es nicht, dass ungewohnt viele interessierte Zuhörer die Marktratssitzung verfolgten. Denn eine Nutzungsänderung könnte das Aus für den Kegelsport in Wiesau bedeuten.

Der Kegelverein "KSV - Die Fidelen" hatte die komplette Vorstandsmannschaft ins Rathaus geschickt, um Debatte und Entscheidung des Marktrats zu verfolgen. Auf dem Tisch der Räte lag ein Antrag auf Nutzungsänderung. Die Gebäudeeigentümerin möchte aus der Kegelbahn und einem Nebenraum eine Gemeinschaftsunterkunft machen. Sichtlich zufrieden hörten die Kegler ein einstimmiges Nein des Gemeinderats. Im Protokoll ließ Bürgermeister Toni Dutz vermerken: Zum Bauantrag vom 12. August 2015 auf Nutzungsänderung der Kegelbahn und des Nebenraums zu Gemeinschaftsräumen wird das Einvernehmen nicht erteilt. Bei der Ablehnung stützten sich die Räte auf eine Veränderungssperre, die zur Sicherung des Bebauungsplans im Bereich Industriestraße erlassen worden war. Dutz ergänzte knapp: "Die beschlossene Veränderungssperre ermöglicht und verlangt diese Entscheidung."

"Solch eine Chance bekommen wir nur einmal", kommentierte Bürgermeister Toni Dutz eine mögliche Sanierung des Sportzentrums. Die Informationen lieferte Dr. Emil Lehner vom Architekturbüro SHL aus Weiden. Er erläuterte das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen (soziale Infrastruktur), das bis zum Jahr 2018 insgesamt 100 Millionen Euro bereitstellt. "Das hört sich nach viel an", meinte Dr. Lehner und stellte fest: "Diese Summe ist schnell verteilt."

Der Beschluss zur Sanierung des Sportzentrums war rasch gefasst. Dr. Emil Lehner: "Die kurze Antragsfrist ist sehr sportlich gewählt. Und daher finde ich es gut, dass die Gemeinde jetzt gleich darauf anspringt. Ein maximaler Fördersatz von 90 Prozent ist schon fast abenteuerlich." Lehner ergänzte: "Wir haben alles sauber beschrieben. Der Antrag ist bei der Behörde eingegangen. Das ist schon mal wichtig." Jetzt müsse man halt abwarten. Dutz zeigte sich zuversichtlich: "Wir machen uns auf einen spannenden Weg. Es ist eine Chance für uns."

Wichtig sei zudem die energetische Sanierung des Rathauses. Auch hier hofft Wiesau auf Fördergelder. "Den Antrag sollten wir baldmöglichst stellen", bat Toni Dutz eindringlich. Für die Sanierung sei es höchste Zeit. "Die Voraussetzungen für den Antrag werden erfüllt", zeigte sich der Bürgermeister hoffnungsvoll.

Reine Formsache war die Änderung der Entwässerungssatzung. Kaum mehr als Weg zu erkennen sei ein Teilstück nahe der Kreuzbergkirche. Das Gremium zeigte sich mit der Einziehung einverstanden. Bürgermeister Dutz rechtfertigte diesen Beschluss mit einem knappen Kommentar: "Was sollen wir auch damit. Der Weg ist eh nicht mehr als solcher zu erkennen."
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