Schätze vom Dachboden

Pfarrer Max Früchtl (stehend) hatte alte Fotos vom Dachboden des Pfarrhauses geholt und präsentierte sie in einem unterhaltsamen Vortrag. Bild: wro
Lokales
Wiesau
21.11.2015
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Kirche und Wirtshaus gehören zusammen. Eine Tradition, die in Wiesau gerne gepflegt wird. Einmal im Jahr lädt Pfarrer Max Früchtl ganz offiziell zum Treffen und Gedankenaustausch ein.

Erneut brachte der Seelsorger viele Wiesauer an einen Tisch. Zeit zum Plaudern, aber auch zum Diskutieren, so die Idee des Wiesauer Geistlichen. Im Saal des Pfarrzentrums sorgte Max Früchtl diesmal selbst für Gesprächsstoff. Sein Blick zurück in die Zeit der 1930er Jahre in Wiesau faszinierte. Vor 80 Jahren wurde der Erweiterungsbau der Pfarrkirche St. Michael eingeweiht. Seitdem prägt das große Gotteshaus das Ortsbild. Pfarrer Früchtl dachte ans Jubiläum und stöberte in alten Schränken, auch am Pfarrhofdachboden. Und er wurde fündig. Die "gehobenen Schätze" hatte er gesichtet und präsentierte sie nun in einem unterhaltsamen Vortrag, der im Mittelpunkt des Frühschoppens stand.

Beinhaus

Interessant, wie sich die große Kirche seinerzeit dem Betrachter bot. Pfarrer Früchtl "blätterte" von einer Schwarzweiß-Aufnahme zur nächsten. Keiner der Anwesenden hatte bislang den alten Friedhof, der bis in die 1930er Jahre noch ringsherum angesiedelt war, gesehen. Auch dass es einmal ein altes Beinhaus und ringsherum eine hohe Kirchenmauer gegeben hatte, war vielen neu. Ein Einblick in das Kircheninnere und Fotos von der damaligen Baustelle bildeten den Höhepunkt des historischen Bilderalbums. Früchtl plauderte fleißig aus dem Nähkästchen. So manche Ortsansicht mutierte zum Suchbild. Für den Bilderreigen "Wiesau alt und neu" bekam der Seelsorger reichlich Applaus. Für große Verblüffung sorgten schließlich einige Zugabefotos von der Renovierung der Kreuzbergkirche. Die damals sicher dringende Sanierung des alten Gotteshauses, das nie Pfarrkirche sein durfte, war auf vielen Fotos dokumentiert. Wie es sich zu einem richtigen Stammtisch gehört, konnte jeder seine Meinung kundtun. Oliver Zrenner hatte Informationen aus der Wiesauer Notunterkunft für Flüchtlinge mitgebracht. Der CSU-Ortsvorsitzende, der dort selbst als Helfer tätig ist, konnte mit einigen gängigen Vorurteilen aufräumen. Zrenner bat auch um Verständnis für die derzeitige Situation: "Den Menschen muss geholfen werden." Man dürfe nicht nur Nächstenliebe predigen, man müsse auch anpacken. Die beiden Pädagogen Adalbert Busl und Franz Dürrschmidt, die sich ins Gespräch einschalteten, bedauerten die mangelnde Unterstützung beim Deutschunterricht. Ein Bewegen im deutschen Sprachbad, wie es seitens der Behörden empfohlen werde, sei wenig hilfreich Integration voranzutreiben.

Einweihung

Zum Abschluss der Veranstaltung erinnerte Pfarrer Max Früchtl an die Einweihung der renovierten Kreuzigungsgruppe. Der kleine Festakt mit anschließendem "Stehkaffee" findet am Sonntag, 23. November, um 14.15 Uhr am Kreuzberg statt.
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