"So können wir das vergessen"

Lokales
Wiesau
16.10.2015
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Trubel und Besuchermagnet - das war einmal. Jahrmärkte locken kaum noch Kunden. Die Wiesauer Gemeinderäte entschieden sich deshalb für einen Schnitt: Sie strichen den Markttag im Frühjahr.

Die Diskussion war nicht neu, aber dennoch lebhaft. Was seit langem fehlte, war eine Entscheidung. Und die machten sich die Markträte nicht leicht. Sie taten sich schwer damit, einen der Traditionsmärkte zu opfern. Bürgermeister Toni Dutz hatte eine Fotografie vom Markt Anfang Oktober mitgebracht. Die Bilanz des Michaelimarktes war niederschmetternd: Eine Handvoll Händler bot an Ständen Waren an. Kaum Besucher. Bedauerlich auch, dass von den Wiesauer Geschäften nur ein einziges geöffnet gewesen sei. "Viele der früheren Händler haben leider auch aus Altersgründen bereits aufgehört", wusste Verwaltungsangestellter Werner Härtl.

Die Reaktion von zweitem Bürgermeister Fritz Holm (CSU): "Mit den wenigen Ständen wie zuletzt können wir's vergessen." Bürgermeister Dutz empfahl daher, den Frühjahrsmarkt komplett aus dem Programm zu nehmen und dafür das Augenmerk auf den Michaelimarkt im Oktober zu legen. Der Weihnachtsmarkt bliebe bei dieser Regelung unangetastet.

Marktrat Georg Wurzer (SPD) konnte sich jedoch mit der Abschaffung eines Markttages nicht anfreunden. Er plädierte für ein Beibehalten. Manfred Vollath (Freie Wähler) glaubte, mit einer Terminänderung die traditionellen Markttage vielleicht wieder aufleben lassen zu können.

Bürgermeister Toni Dutz machte klar: "Wenn wir das wiederbeleben wollen, müssen wir mit den entsprechenden Leuten reden, auch mit den Händlern und gegebenenfalls auch mit den Vereinen vor Ort. Konzentrieren wir uns auf einen Termin im Oktober und lassen wir das mit dem Marktsonntag im Frühjahr." Schließlich schlossen sich alle Räte der Meinung des Bürgermeisters an: Abschaffung des Frühjahrstermins. Bis auf Weiteres wird es in Wiesau also nur noch den Michaeli- und den Weihnachtsmarkt geben.

Ja sagten die Markträte zum Bauantrag der Bayernwerk AG (Ersatzneubau eines Umspannwerkes bei Schönhaid). Auch genehmigten sie eine Nutzungsänderung in der Hauptstraße: Frühere Geschäftsräume dienen künftig als Vereinsheim. Beschlossene Sache ist eine Tempo-30-Zone im weiträumigen Bereich um das Seniorenpflegeheim "Haus Steinwaldblick". Marktrat Georg Wurzer konnte sich zwar nicht vorstellen, dass alle Anlieger damit einverstanden sein werden, stimmte aber trotz seines Vorbehaltes zu.

Kosten nicht bekannt

Umfangreich ist der Maßnahmenkatalog des Landratsamtes Tirschenreuth, den die Gemeinde Wiesau in den nächsten Jahren zu bewältigen hat. Dazu gehört auch die geforderte Nachrüstung in der Sammelkläranlage. Die zeitliche Vorgabe sei sehr eng. Wie teuer dieses Maßnahmenpaket schließlich komme, wisse keiner. Bürgermeister Toni Dutz merkte an: "Wir werden das in dem vorgegebenen Zeitfenster niemals schaffen. Um eine Fristverlängerung werden wir nicht umhinkommen." Dutz wehrte sich gegen den Zeitdruck und sagte: "Wir betreiben eine hochmoderne Kläranlage. Aber wir wissen auch, dass etwas gemacht werden muss."

CSU-Marktrat Erich Lang bat um Informationen zum Bahnhof Wiesau (Sanierung/behindertengerechter Umbau). Hier konnte Geschäftsleiter Thomas Weiß nichts Neues berichten. "Wir befinden uns in einem Mühlenkreis der Zuständigkeiten." Anfragen bei den zuständigen Stellen blieben meist unbeantwortet. "Aber wir bleiben dran."
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