Sparen, aber auch investieren

Rund 720 000 Euro kostet die Erneuerung der Kanalleitung (hydraulische Sanierung, Stauraumkanal) im Wilhelm-Maurer-Weg und in der Basaltwerkstraße (Bild). Einstimmig beschlossen die Markträte am Montag, die Kosten über die Abwassergebühren abzurechnen. Nach einer überschlägigen Kalkulation steigt die Abwassergebühr um etwa 35 Cent pro Kubikmeter. Bild: hd
Lokales
Wiesau
12.05.2015
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Keine neuen Kredite. Das ist eine der Kernbotschaften, die die Wiesauer Markträte mit der Verabschiedung des Haushalts 2015 gaben. Den Sparwillen fest im Blick, gelingt es dennoch über eine Million Euro zu investieren.

Das Zahlenwerk bot am Montagabend wenig Anlass zur Diskussion. Bürgermeister Toni Dutz und die Fraktionssprecher lobten die "grundsolide Arbeit" von Kämmerer Harald Seitz, bevor alle Markträte zustimmten. Das Haushaltsvolumen liegt heuer bei 8,4 Millionen Euro, etwa eine Million Euro weniger als im Vorjahr. Seitz sprach von einem "Haushalt mit zurückhaltender Investitionsbetätigung". Der Sparhaushalt weise zum Ende des Jahres einen Schuldenstand von über 4,8 Millionen Euro aus. Die Pro-Kopf-Verschuldung bezifferte der Kämmerer mit 1185 Euro. Der Aufwand für den laufenden Schuldendienst: 444 800 Euro.

Erfreulicherweise habe sich der Haushalt des Marktes Wiesau weiter stabilisiert und "die finanzielle Lage etwas verbessert", fasste Harald Seitz zusammen. Gründe dafür seien unter anderem höhere Schlüsselzuweisungen, die Haushaltskonsolidierung und die Zurückhaltung, was Investitionen im Jahr 2015 betreffe. Seitz appellierte: "Trotz einer etwas positiveren Haushaltslage ist es für den Markt Wiesau dennoch geboten, künftige Investitionen sorgfältig und moderat zu planen." Wichtig sei, die Haushaltskonsolidierung fortzuführen und für die Ablösung von Darlehen Rücklagen zu bilden, "um eine Schuldenrückführung angehen zu können". Bürgermeister Toni Dutz griff dies auf und sagte: "Es liegt ein steiniger Weg vor uns." Aber mit Hilfe von Stabilisierungshilfen sei er zu bewältigen. Bei den Investitionen könne sich Wiesau nicht unbegrenzt zurückhalten. Denn schon jetzt gebe es einen Investitionsstau. Mit Blick aufs Bahnhofsgebäude und die Umgestaltung der Hauptstraße sah der Bürgermeister "gewaltige Herausforderungen".

Schulden senken

"Wir wollen die Verschuldung weiter zurückführen", merkte Fritz Holm für die CSU-Fraktion an. "Ziel muss eine stabile Haushaltslage sein. Deshalb keine Kreditaufnahme." Georg Wurzer (SPD) sagte: "Der Haushalt entspricht im Wesentlichen unseren Vorstellungen. Wichtig ist, dass keine Kredite erforderlich sind." Auch der SPD-Sprecher plädierte für ein Fortführen der Haushaltskonsolidierung. Beim Projekt Bahnhof stünden noch wichtige Entscheidungen aus. Erst dann könne über die finanzielle Seite gesprochen werden. "Es gibt keine Erhöhung der Grundsteuer", ergriff Thomas Streber für die Freien Wähler das Wort. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen, Wiesau komme ohne neue Schulden aus. In Zukunft müsse der Markt aber wieder mehr investieren.
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