Staat will Sportler zur Kasse bitten

Lokales
Wiesau
27.09.2014
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Kostet das Training im Wiesauer Sportzentrum bald Geld? Wenn es nach Finanz- und Innenministerium geht: Ja. Doch nun haben zunächst einmal die Sportvereine das Wort.

Die Marktgemeinde Wiesau hat vergangenes Jahr ein Haushaltskonsolidierungskonzept beschlossen, um Stabilisierungshilfen zu erhalten. Doch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat sowie das Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr betrachtet das Konzept noch nicht als ausreichend. Um nicht Geld zurückzahlen zu müssen oder gar von weiteren Hilfen ausgeschlossen zu sein, muss die Gemeinde nachbessern.

Die Gemeinderäte diskutierten am Mittwochabend das weitere Vorgehen, wobei ein Punkt schnell abgehakt war. Die Ministerien hatten weitere Einsparungsmöglichkeiten beim Kostenersatz für Feuerwehreinsätze gesehen. Doch die Pauschalsätze sind längst aktualisiert, sprich angehoben. Die Satzung gilt seit 1. Januar 2014.

Mieten steigen

Außerdem hielten die Ministerien Mieterhöhungen in den gemeindeeigenen Wohnungen für angezeigt. Dazu Bürgermeister Toni Dutz nach dem Beschluss der Markträte: "Die Gemeinde fügt sich." Die Mieten steigen ab 1. Januar 2015 - "aufgrund der Forderung des Finanzministeriums und der Regierung der Oberpfalz". Betroffen sind nach Auskunft des Bürgermeisters sechs Mieter. Allerdings fragten sich Dutz und die Markträte, ob die mit der Mieterhöhung verbundene Entlastung um rund 1000 Euro bei einem Haushaltsvolumen von insgesamt acht Millionen Euro wirklich ins Gewicht fällt.

Jugendarbeit

Auch wegen des Drucks "von oben" trafen die Räte eine Grundsatzentscheidung, die Benutzungsgebühren im Sportzentrum vorsieht. Jedoch erhalten die Hauptnutzer Turnerbund Jahn und Spielvereinigung erst einmal Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. So interessiert die Markträte, welchen Anteil an der Nutzung die Jugendarbeit hat.

Erst dann soll wirklich ein Beschluss kommen, ob es Sinn macht Benutzungsgebühren zu verlangen und wie hoch die ausfallen.

Thema war am Mittwochabend auch die mögliche Elektrifizierung der Bahnlinie Regensburg-Marktredwitz. Dabei bekräftigten die Markträte ihren Standpunkt: Kommt dieser Ausbau in den Bundesverkehrswegeplan, "bestehen wir auf optimalem Lärm- und Erschütterungsschutz". Immerhin könnten nach einer Elektrifizierung täglich bis zu 80 Güterzüge durch Wiesau rattern.

Weitere Informationen kündigte Toni Dutz in der Bürgerversammlung am 1. Dezember im Rathaus an. Dazu will der Bürgermeister Thomas Kraus vom "Forum Bahnlärm" aus Altenstadt einladen.
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