Stärkerer Einsatz für die Familie

Neuwahlen standen bei der Jahresversammlung des CSA-Kreisverbands auf dem Programm. Im Bild (sitzend, von links) Irmgard Hegen, Kreisvorsitzender Kurt Scharf, Josef Kellner und Elfriede Lang sowie (stehend, von links) stellvertretender Landrat Günter Kopp, Erich Lang, Bürgermeister Toni Dutz, CSA-Ortsvorsitzender Martin Hecht, Bernd Sommer und MdL Tobias Reiß. Bild: sat
Lokales
Wiesau
16.10.2014
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"Die CSA ist das soziale Gewissen der CSU und nicht der Steigbügelhalter für eine Frühverrentungswelle auf Kosten der Arbeitslosenversicherung." Diese Klarstellung und mehrere Forderungen äußerte jetzt Kurt Scharf, wiedergewählter Vorsitzender des Tirschenreuther Kreisverbands.

Bei der Jahresversammlung in Wiesau ging Scharf auf einige Themen ein, die der CSA "auf den Nägeln brennen". Besonders beschäftige man sich mit der Rente nach 45 Beitragsjahren. Gerade Arbeitnehmer und deren Familien seien unmittelbar von den Schwierigkeiten betroffen. "Wir reden nicht über Akademiker in klimatisierten Büros, sondern über Bauarbeiter, Maler und Monteure. Wer einen solchen Beruf sein Leben lang ausgeübt hat und bei jedem Wetter draußen geschuftet hat, hat doch seinen Lebensabend im wahrsten Sinne des Wortes verdient!", so Scharf.

Weiter brach Scharf eine Lanze für die Familie. "Wer Rente sagt, muss sich auch für die Familie einsetzen, denn ohne die Familie funktioniert das Rentensystem nicht. Denn wer bezahlt in einigen Jahren die Beiträge zur Rentenversicherung?" Laut Scharf brauche man in Deutschland wieder eine familienfreundliche Einstellung. "Deshalb steht die CSA bei der Berechnung der Rente für eine stärkere Berücksichtigung der Kinder, die vor 1992 geboren wurden."

Scharf ging auch auf den Mindestlohn ein, eine alte Forderung der CSA. Hier gelte es, ein Augenmerk darauf zu legen, dass der ausgehandelte Mindestlohn nicht durch "kreative" Arbeitsverträge umgangen wird.

Soli streichen

Zum Abschluss verwies Scharf auf die Absicht der Bundesregierung, die "kalte Progression" anzugehen. Er rief den Finanzminister auf, diesen Systemfehler zu beseitigen, damit eine Lohn- oder Gehaltserhöhung nicht sofort wieder verpufft. In diesem Zusammenhang forderte der Kreisvorsitzende, ab 2019 den Soli-Zuschlag zu streichen.

MdL Tobias Reiß betonte, dass der Landkreis nach wie vor über 500 Einwohner jährlich verliere, deshalb bestehe besonderer Handlungsbedarf. "Wir brauchen mehr Fördermittel zugunsten der finanzschwachen Kommunen." Allerdings dürfe man die Lage in Bezug auf Unternehmen und Arbeitsplätze nicht schlechter reden als sie sei. "Die Anzahl der Arbeitsplätze steigt kontinuierlich." Im Amt für ländliche Entwicklung seien 60 neue Mitarbeiter eingestellt worden. An der staatlichen Berufsschule in Wiesau sei ein Ausbildungsgang für 18 Techniker eingerichtet worden.

Zur Gleichstrompassage merkte Reiß an, dass der Schwenk über den Steinwald und das Fichtelgebirge nicht kommen werde. "Der Protest hat Wirkung gezeigt. Wir lassen uns die Natur nicht kaputt machen!"
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