Vortrag im Seniorenheim: Betreuung - oder darf es auch was anderes sein?
Für den Ernstfall vorsorgen

Lokales
Wiesau
27.06.2015
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Altwerden ist bekanntlich nichts für Feiglinge. Und so ist jeder gut beraten, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Details erfuhren Besucher bei einem Vortrag im Seniorenpflegeheim "Haus Steinwaldblick" in Wiesau: "Betreuung - oder darf es auch was anderes sein?"

Die Veranstaltung war Auftakt einer Reihe von lose aufeinanderfolgenden Themenabenden, die im "Haus Steinwaldblick" stattfinden. Der gewollt provokante Titel "Betreuung - oder darf es auch was anderes sein?" trug der oftmals vorhandenen Verwirrung Rechnung: Was, wann, warum ist los, wenn ich selbst oder einer meiner Angehörigen nicht mehr kann ?

Drei Referenten

Gastgeberin Sybille Brunner, Leiterin des Seniorenpflegeheims der ESB-Seniorenresidenz Wiesau GmbH, hatte dazu drei Referenten eingeladen: Marina Scheibner-Ihlow und Alex Weber von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) sowie Jutta Kiener vom Allgemeinen Rettungsverband (ARV). Die drei Betreuer, deren Aufgabe es auch ist, ehrenamtliche Betreuer zu informieren und zu unterstützen, warteten mit tiefgehenden Informationen auf.

Fragen willkommen

Vor 33 Zuhörern erläuterten die Referenten Grundsätzliches zu den Themen Vorsorgevollmacht und gesetzliche Betreuung und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Unter den Zuhörern waren Angehörige von Senioren, die im "Haus Steinwaldblick" leben, Mitglieder des Hospizvereins, im ambulanten Pflegedienst Tätige und andere Interessierte.

Sie erfuhren: Die Vorsorgevollmacht ist eine Bevollmächtigung für eine oder mehrere andere Personen, für den Betroffenen zu handeln. Sie kann unter anderem die sogenannte Patientenverfügung und die Betreuungsverfügung beinhalten. Erstere regelt die medizinischen Maßnahmen beziehungsweise deren Unterlassung nach dem Willen des Verfügenden. In der Betreuungsverfügung erklärt der Verfügende, wer ihn gegebenenfalls - oder eben nicht - gesetzlich betreuen soll. In der Vorsorgevollmacht lassen sich die unterschiedlichsten Lebensbereiche regeln; je detaillierter desto besser, so die Referenten. Bereiche können sein: Gesundheit, Finanzen, Behörden.

"Es gibt die unterschiedlichsten Formulare mit vorformulierten Texten. Oder man schreibt seine ganz individuellen." So hat die Stadt Tirschenreuth auf ihrer Homepage www.stadt-tirschenreuth.de unter "Formulare und Anträge" einen entsprechenden Vordruck veröffentlicht. Sinn mache es, eine Vorsorgevollmacht durch die Betreuungsbehörden beglaubigen zu lassen. "Diese Vollmacht soll und kann ein Betreuungsverfahren ersparen, schließt es aber nicht aus." Als gesetzliche Betreuer würden geeignete Personen im Ehrenamt und Menschen, die dies beruflich tun, bestellt. "Dies erfolgt durch die Betreuungsstellen und schließlich durch den Betreuungsrichter beim Amtsgericht."
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