Weit weg von Überfremdung

Lokales
Wiesau
05.02.2015
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"Das Thema Asyl wird in den Medien ein Seite-1-Thema bleiben", prognostiziert Ulrich Maly. "Daran wird sich auch 2015 nichts ändern, da der hohe Zustrom an Bürgerkriegsflüchtlingen eine hohe Anerkennungsrate mit sich bringt."

Der Städtetagspräsident ist bei der Bezirksversammlung der kommunalen Lobby am Mittwoch in Wiesau weit davon entfernt, in Panik auszubrechen: "Wir haben Gastarbeiter, Vertriebene, Aus- und Übersiedler integriert, wir kriegen das schon hin." Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß unterstreicht diese These: "Die Oberpfalz hat eine Million Einwohner und 4000 Asylbewerber - ein halbes Prozent", beschreibt der Bezirksvorsitzende der kreisfreien Städte die Relation. "Und da diskutieren wir über Überfremdung und Islamisierung - davon sind wir noch weit weg."

"Immer aufs Neue werben"

Seggewiß sieht dennoch die Politik in der Pflicht, besorgte Bürger zu informieren: "Die Verunsicherung der Bevölkerung basiert auf Unwissenheit. Da müssen wir gegensteuern." Auch Maly hält eine gelungene Integration auf beiden Seiten für alles andere als einen Selbstläufer: "Man muss immer wieder aufs Neue dafür werben." Es sei der Job der Stadtoberhäupter, darauf zu achten, dass sich nicht "Fremdenfeindlichkeit Bahn bricht".

Im Fokus der Berichterstattung stünden oft die Zustände in den Erstaufnahmelagern und die Bearbeitungsdauer von Asylanträgen: "Aber die Integration geht hinterher erst richtig los", gibt der Nürnberger Oberbürgermeister zu bedenken. "Wie kommen die Kinder in die Kindergärten, die Menschen in die Sprachkurse und am Ende des Prozesses in Jobs?"

Die Integration müssten die Städte vor Ort leisten. "Was an Menschlichkeit organisiert werden kann, geht ohnehin nur vor Ort, und hier haben sich die Bürger vorbildlich engagiert", lobt Maly. "Das Krisenmanagement im Dauerbetrieb hat sich inzwischen bei Städten, Landkreisen und Gemeinden eingespielt - im Zusammenwirken mit staatlichen Stellen, den Wohlfahrtsverbänden und vielen Ehrenamtlichen sorgen sie für die Betreuung von Flüchtlingen."

"Was aber mit den Menschen hinterher passiert, ist keine reine Bürgermeisteraufgabe mehr - da müssen Bund und Länder wenigstens mit Geld helfen."
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