Wiesau auf Talfahrt

Martin Brunner (links) führt die Torschützenliste der Bezirksliga Oberfranken Ost an. Doch trotz der 17 Treffer des Torjägers überwintert die SpVgg Wiesau auf einem Abstiegsplatz. Bild: Gebert
Lokales
Wiesau
09.12.2014
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Absturz nach dem Höhenflug: Im Vorjahr klopfte die SpVgg Wiesau noch ans Tor zur Landesliga, heuer kämpft sie um den Klassenerhalt. Nach dem Rücktritt von Trainer Mario Gebhard läuft die Suche nach dem Nachfolger.

In der vergangenen Saison trumpfte die SpVgg Wiesau in der Bezirksliga Oberfranken Ost als Aufsteiger lange Zeit groß auf. Ab Ostern allerdings begann eine Durststrecke. Die Mannschaft gewann nur noch ein Spiel, landete am Ende aber trotzdem auf dem respektablen dritten Rang. "Lockerheit und Spielfreude zeichneten die Truppe damals aus", erinnert sich Vorsitzender Alfred Klarner. "Die Gedanken an einen möglichen Aufstieg vertrieben offenbar bei einigen Spielern diese Tugenden", vermutet Klarner.

Die Mannschaft sei intakt, sagt der Vorsitzende, und die Spieler verstehen sich untereinander blendend. "Aber sie finden keinen Weg zurück, ihr vorhandenes Potenzial abzurufen." Mit nur 22 Zählern aus 20 Partien und einem Torverhältnis von 40:43 überwintern die Stiftländer auf einem Abstiegsplatz. Rang elf, der zum direkten Klassenerhalt reicht, ist schon fünf Punkte entfernt. Interessant ist der Vergleich mit dem selben Zeitpunkt im Vorjahr: Damals belegte die SpVgg nach 18 Spielen Platz drei mit 34 Punkten und 52:37 Toren.

Übernimmt Pappenberger?

In dieser Saison kam die Mannschaft einfach nicht in die Gänge. Schon der Auftakt ging mit einem Remis und zwei Niederlagen gründlich daneben. Ende August schien sich die Truppe von Trainer Mario Gebhard mit drei Siegen in Folge gefangen zu haben. Dann folgten in regelmäßigen Abständen gute und schlechte Auftritte. Nach dem letzten Sieg am 5. Oktober ging es rapide abwärts. Drei Unentschieden und vier Niederlagen brachten den Verein in die derzeitige Situation. Aus der sportlichen Talfahrt zog Gebhard die Konsequenzen und trat zurück.

Interimscoach Markus Pappenberger bricht eine Lanze für Gebhard. "Einige Spieler dachten, es geht so erfolgreich weiter. Sie haben nicht erkannt, dass Schönspielerei in dieser stärker gewordenen Liga nicht reicht. Bei meinem Amtsantritt habe ich ihnen klargemacht, dass jetzt Kampfgeist und Siegeswille gefragt sind." Ob Pappenberger das Team für den Rest der Saison betreut, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. "Es freut mich natürlich, dass unser Vorsitzender Alfred Klarner mir das Vertrauen schenkt. Zutrauen würde ich mir die Aufgabe schon. Das Problem jedoch ist der enorme Zeitaufwand. Deshalb möchte ich vorher noch mit meiner Familie sprechen."

Die Welt geht nicht unter

Klarner bestätigte, dass Pappenberger, Trainer der zweiten Mannschaft, der erste Ansprechpartner für die Gebhard-Nachfolge ist. "Ich traue ihm zu, dass er den Klassenerhalt schafft. Aber es ist seine freie Entscheidung." Egal, wie sich Pappenberger entscheidet, die Trainersuche für die erste oder zweite Mannschaft geht weiter, auch außerhalb des Vereins. Um Druck von der Mannschaft zu nehmen, versucht Klarner ihr die Angst vor einem möglichen Abstieg zu nehmen. "Dieser wäre aufgrund des vorhandenen Leistungsvermögens absolut unnötig. Aber die Welt würde deswegen nicht untergehen."
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