Außenpolitik-Experte referiert zum Thema Flucht und Asyl
Aufruf zu Solidarität

Redegewandt informierte Peter Bauch bei seinem Vortrag in Wiesau über Außen- und Flüchtlingspolitik. Bild: wro
Politik
Wiesau
15.02.2016
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"Deutschland ist ein attraktives Land und leicht erreichbar", meinte Außenpolitik-Experte Peter Bauch bei seinem Vortrag in Wiesau. Bei der Verteilung der Flüchtlinge wäre der "Königssteiner Schlüssel" eine gute Hilfe, so Bauch.

Der frühere wissenschaftliche Mitarbeiter im Deutschen Bundestag kennt sich in der Flüchtlingsproblematik bestens aus. Er sprach in Wiesau im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung und auf Einladung des CSU-Ortsverbandes. Überschrieben war der Vortrag mit "Zuwanderer, Flüchtlinge, Asylbewerber - Was kommt auf uns zu?"

Unter den Zuhörern waren auch zahlreiche Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich engagieren und mit den Problemen vor Ort nahezu täglich zu tun haben. Die Sorgen der Flüchtlinge und der Mitbürger liegen ihnen am Herzen. "Kümmerer" werden sie genannt, unter ihnen auch Oliver Zrenner, der Motor des Wiesauer Arbeitskreises Asyl.

Die allermeisten der angeschnittenen Probleme konnte natürlich auch Peter Bauch nicht lösen. Zu viele Sorgen belasten zurzeit die Helfer, die sich nahezu rund um die Uhr vor Ort um die ständig wechselnde Zahl Hilfesuchender in der Dreifachturnhalle oder um die an anderen Stätten untergebrachten Kriegsflüchtlinge bemühen. Viele Fragen sind es, die die Helfer beschäftigen: Wie lange hält der Flüchtlingsstrom noch an? Welche Regelungen werden getroffen? Bauch kritisierte die mangelnde Solidarität der EU-Mitgliedsländer. Der Referent forderte, europaweit einen Verteilerschlüssel einzuführen. Fest stehe: Den Hilfesuchenden müsse geholfen werden. Der Referent sprach von einer christlichen und humanitären Aufgabe. Ordnung und Sicherheit an und innerhalb der Grenzen sei das eine Ziel. Aber man müsse die Menschen nicht nur aufnehmen, man müsse sie auch unterbringen können. Peter Bauch schloss: "Auf eine Kontingentlösung arbeiten viele hin. Das heißt aber auch, dass wir in den nächsten Jahren mit den bereits hier ansässigen Kriegsflüchtlingen leben müssen."
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