CSU-Jubiläum in Wiesau
Erich Lang ist Ehrenvorsitzender

Die Geehrten im Bild zusammen mit dem Ortsvorsitzenden Oliver Zrenner und Bürgermeister Toni Dutz (von links) sowie Ehrengast Monika Hohlmeier (Zweite von rechts). Bild: wro
Politik
Wiesau
10.07.2016
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Für seine langjährige Tätigkeit als CSU Ortsvorsitzender wurde Erich Lang zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Von links Ortsvorsitzender Oliver Zrenner, Bürgermeister Toni Dutz, Erich Lang, Monika Hohlmeier, Lars Saller, Fritz Holm und JU-Vorsitzender Michael Dutz. Bild: wro

Der historische Ort und der von allen Seiten umschlossene Innenhof mit der schattenspendenden Kastanie war für einen "volksnahen" Ehrentag wie geschaffen: Der CSU-Ortsverband feierte im Stefflwirtsgarten 70. Geburtstag - und zeichnete dabei viele Mitstreiter aus.

Für die Jubiläumsfeier hätte man sich keinen passenderen Ort ausdenken können - nur wenige Schritte entfernt von der ehemaligen "Linde". Dort war 1946 die Wiesauer CSU ins Leben gerufen worden (wir berichteten). Angesichts der mehr als entspannten Atmosphäre fiel es Ortsvorsitzendem Oliver Zrenner leicht, den Abend froh gelaunt zu eröffnen: Inzwischen war Ehrengast Monika Hohlmeier eingetroffen. "Zu einem Geburtstagsfest lädt man sich gute Freunde, oder - wie heute - eine gute Freundin ein", begrüßte Bürgermeister Toni Dutz seine ehemalige JU-Weggefährtin. Mit humorigen Zitaten und einem kurzen Grußwort übernahm Oliver Zrenner das Rednerpult, erwartungsgemäß erinnerte er an die vergangenen 70 Jahre seiner Orts CSU. In seiner Laudatio würdigte Zrenner die Gründerväter und auch die Verdienste der Nachfolger.

Kontakte zum Kloster


"Sie mischen sich ein, beziehen Position", sagte Zrenner an Monika Hohlmeier gewandt. Wiesau, so der Sprecher, habe der CSU Politikerin viel zu verdanken, bilanzierte er weiter Hohlmeiers Bemühen um die EDV Schulen, auch um die "Hoties" - wie die Schüler der Hotel- und Tourismusschule im Ort kurz genannt werden. Die guten Kontakte zum Kloster Waldsassen und seiner Äbtissin ließ Zrenner in die Begrüßungs- und Festrede ebenfalls mit einfließen. Für seinen Gegenüber Toni Dutz hatte Zrenner ein Dankeschön für die gute Zusammenarbeit, aber auch ein passendes Zitat aus den Reihen der Kommunalpolitiker vorbereitet. Damit sorgte der Ortsvorsitzende sogleich auch für den ersten Lacher des Abends. Zrenner zitierte: Dutz sei wie ein Terrier. "Wenn er sich mal festgebissen hat lässt er nicht mehr los." Dutz ließ die freilich nicht böse gemeinte Spitze gerne über sich ergehen. Auf den - rund einstündigen - Vortrag Monika Hohlmeiers mussten die Gäste im sommerlichen Biergarten aber noch ein klein wenig warten. Toni Dutz und MdB Reiner Meier hatten sich in die Rednerliste eingetragen, sie versprachen es kurz zu machen. Dutz mahnte zum "fairen Zusammenhalt". Meier erinnert an den Mut der Gründungsmitglieder und dass die CSU stolz sein dürfe. Man sei eine Familie, hob der MdB abschließend hervor. Probleme gebe es überall, sagte er. In der Politik arbeiteten Menschen: "Man muss den Leuten jedoch glaubhaft vermitteln, dass man ihnen zuhört." Mit einem gewinnenden Lächeln, begleitet von einem Tusch der Zoiglmusik betrat Monika Hohlmeier wenig später das Rednerpult. Ein vorbereitetes Konzept brauchte sie nicht. Warum war es nach 1945 wohl schwierig war eine Partei zu gründen und Anhänger zu finden, fragte sie in die Runde. Hohlmeier antwortete selber: "Man hatte einfach die Schnauze voll." Voller Respekt müsse anerkannt werden, dass sich dann doch einige Mutige wie hier in Wiesau gefunden hätten, die die CSU gegründet haben. Flucht und Vertreibung seien damals noch gegenwärtig gewesen. "All das erleben wir auch heute wieder", erinnerte Hohlmeier an die jüngsten Nachrichten. Deutlich distanzierte sie sich jedoch von den Wirtschaftsflüchtlingen, mit einem klaren "Ja" bekannte sie sich zur humanitären Hilfe.

"Lasst das Zündeln"


Hohlmeiers Rede steigerte sich im weiteren Verlauf des Abends zu einem flammenden Plädoyer für Demokratie, Meinungsfreiheit und das faire Miteinander in Europa. "Den Menschen bei uns in Deutschland geht es so gut wie nie zuvor, wir haben Arbeitsplätze und eine gute soziale Absicherung", lobte sie die Arbeit der derzeitigen Regierung. Meinungsfreiheit sei wichtig, auch Kritik: "Aber lasst das Zündeln" warnte sie davor vieles wieder schlecht zu reden.

Mit einem kleinen Seitenhieb wandte sich Hohlmeier auch an die Verwaltungs-Besessenheit der Deutschen. Zugleich lobte sie die Wirtschaftskraft großer Unternehmen und zeigte Respekt vor den Mittelständlern. (Weitere Berichte)

Beim CSU-Festabend wollten sich nicht alle für Monika Hohlmeiers Rede begeistern. Statt sich zu ärgern freute sie sich aber darüber. Für einen Moment hielt sie inne, erblickte die spielenden Kinder und bat: "Macht euch lautstark bemerkbar." Ergänzend ermunterte sie die Kleinen in ihrem fröhlichen Tun einfach weiterzumachen. Hohlmeier fiel es leicht, alle Herzen für sich zu gewinnen. (wro)

Erich Lang ist jetzt CSU-EhrenvorsitzenderFür langjährige Treue zur CSU-Ortsverband Wiesau ist eine Reihe von Mitgliedern ausgezeichnet worden. Seit 25 Jahren sind dabei Alfons Beer, Josef Beer, Joachim Fürnrohr, Andreas Höfer, Andreas Thoma, Jutta Wege. Seit 40 Jahren gehört Karl Zötzl der CSU an, seit 55 Jahren Ernst Dietz und Karl Ernstberger. Hans Burger ist für 60-jährige Mitgliedschaft bei der CSU ausgezeichnet worden. Für seine langjährigen Verdienste als CSU-Ortsvorsitzender wurde Erich Lang zum Ehrenvorsitzenden des CSU-Ortsverbandes Wiesau ernannt. (wro)


Wenn er sich mal festgebissen hat lässt er nicht mehr los.Oliver Zrenner über Bürgermeister Toni Dutz
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