Dorfbegehung in Triebendorf
Die Kirche im Dorf lassen

Vor allem die zahlreich erschienenen jungen Familien aus Triebendorf wollten von Architekt Dr. Emil Lehner (links), Huberta Bock (2 von links. vorne) vom Amt für Ländliche Entwicklung und Bürgermeister Toni Dutz (rechts) wissen, was alles möglich ist im Rahmen einer Dorferneuerung. Bild: ubb
Politik
Wiesau
26.09.2016
108
0

Die Einwohner von Triebendorf warten schon lange auf Verbesserungen für ihren kleinen Ort. Dass es viel zu tun gibt, wurde spätestens bei der Ortsbegehung deutlich.

Wiesau/Triebendorf. "Ach! Wir dachten, das geht heute schon los!", sagte ein Triebendorfer zu Beginn der Dorfbegehung im Rahmen der Dorferneuerung enttäuscht. Damit sprach er seinen Nachbarn aus dem Herzen: Die Dorfbewohner hatten zu dieser frühen Samstagmorgenstunde bereits ihr sauber herausgeputztes, rundherum erneuertes Dorf vor Augen.

Huberta Bock vom Amt für Ländliche Entwicklung musste die Euphorie dämpfen. "Das ist ein längerer Prozess. In diesem Jahr geschieht nichts mehr und im nächsten auch nicht", verkündete sie. Schade, Sofortmaßnahmen wären gerne gesehen worden. Also begnügten sich die Anwesenden damit, mit Dr. Emil Lehner vom Architektenbüro SHL Weiden sowie Huberta Bock und Bürgermeister Toni Dutz durchs Dorf zu gehen, um Ideen zu sammeln.

Viel zu tun


Triebendorf darf sich mit Huberta Bock und Dr. Emil Lehner in fachkundigen Händen gut aufgehoben wissen. Lehner hat in über 40 Jahren unzählige bayerische Dörfer auf Vordermann gebracht. Huberta Bock ist es sehr wichtig, die Bürger einzubinden. "Sie müssen sich weiterhin hier wohlfühlen können", betonte sie. Alle waren sich einig, dass es viel zu tun gibt. Bereits der Treffpunkt geriet sofort ins Visier der Anwesenden. Das "mittelalterliche" Beton-Bushäuschen kommt weg, für die Glascontainer soll ein weniger exponierter Platz, etwas versteckt, gefunden werden. Sehr gelobt wurde die blitzsauber angelegte Dorfkapelle. Das freute Josef Fröhler, der dieses kleine Schmuckstück im Frühjahr zum Dank für eine überstandene Krankheit gebaut hatte. In der Nähe der Kapelle, schlug Dr. Lehner vor, "bietet sich ein Ruheplatz für Radfahrer oder Wanderer an."

Für ein gemütliches Bankerl könne auch gerne die Fahrbahn schmaler werden, wurde vorgeschlagen. "Man muss aber weiterhin durchfahren können." Ein Landwirt brachte diesen Einwand vor. "Wir sorgen dafür, auch technische und infrastrukturelle Details zu verbessern", versprach Dr. Lehner. Weiter ging's zum abseits gelegenen Klärteich, scherzhaft als "Triebendorfer Freizeit- und Erholungszentrum" bezeichnet. Freilich ist der zugewachsene Tümpel weit davon entfernt, einen Erholungszweck zu erfüllen. "Höchstens eine Eisstockbahn wäre möglich", schlug ein Triebendorfer lachend vor. Gegenargument seines Nachbarn: "Wann hat es das letzte Mal im Winter derart gefroren, dass man Eisstockschießen gehen konnte?" So ging es hin und her mit der Ideensammlung. Bis "Kind, Hund und Kegel" in der Dorfmitte angekommen waren, hatten die Triebendorfer - im Geiste - bereits ihr gesamtes Dorf auf Vordermann gebracht.

Blick auf den Nachwuchs


Angeregt wurden unter anderem eine 30er-Zone beim Spielplatz, der Abbau eines hässlichen Trafos am Bolzplatz und ein verbesserter Drehpunkt an der Straßenkreuzung. "Der Spielplatz mitten im Dorf hat Sozialkontroll-Charakter", freute sich Dr. Lehner. Das ist der Fachjargon dafür, dass aufgrund der Platzwahl Nachbarn immer einen Blick auf den Nachwuchs haben können. Der Architekt erklärte dazu, es sei immer besser, "die Dinge im Dorf zu lassen."

Post baut mehr ab als auf


Weniger Zukunfts-Aussichten hat allerdings ein Postkasten, den sich eine junge Mutter wünschte. Das wäre Sache der Deutschen Post. "Und die bauen mehr ab als auf", so Huberta Bock. Am Ende begrüßten Bock und Lehner die rege Mitarbeit der Dorfbewohner sehr. Beide bedankten sich für deren Interesse und konnten nicht oft genug betonen: "Hier gibt es schöne Ecken. Aber es kann noch besser gemacht werden."

Das ist ein längerer Prozess. In diesem Jahr geschieht nichts mehr und im nächsten auch nicht.Huberta Bock über den Zeitplan für die Dorferneuerung
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.