Gegen Güterzuglärm wappnen

Die Idee der Bauhofmitarbeiter kommt gut an. Der Marktplatz ist nur eines von vielen Beispielen für das "blumige" Wiesau. Bild: wro
Politik
Wiesau
26.04.2016
65
0

Der Termin ist wichtig, wurde von den betroffenen Bürgern aber kaum registriert. Noch bis 2. Mai läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes. Nun meldet die Gemeinde Bedenken wegen des befürchteten Güterzuglärms an.

Mit einer zweiseitigen Stellungnahme an das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur reagiert der Marktrat auf die geplante Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof. Unter anderem betont die Gemeinde, dass eine Verbesserung des Personenverkehrs nicht erkennbar sei und vertritt die Ansicht, dass die Elektrifizierung einzig dem Güterverkehr zu Gute komme. Das Papier trägt die Unterschrift aller Gemeinderäte und des Bürgermeisters.

SPD-Marktrat Georg Wurzer lobte die vorgelegte Stellungnahme und schloss sich den Bedenken vorbehaltlos an. Weiter unterstrich er auch die Forderungen in Sachen Lärmschutz und zeigte großes Verständnis für die Anliegen der betroffenen Bahnanlieger. Trotz aller Vorbehalte betonte Wurzer aber auch die Dringlichkeit der Baumaßnahmen, um nicht "auf einem Abstellgleis zu landen". Bis zum Stichtag können auch einzelne Bürger noch entsprechende Stellungnahmen abgeben, informierte Geschäftsstellenleiter Thomas Weiß. Unbeantwortet blieb die Frage, ob auch ausländische Züge mit den versprochenen Flüsterbremsen ausgestattet sind.

Alfred Klarner (SPD) empfahl, den Zustand der Häuser entlang der Bahnstrecke zeitnah dokumentieren zu lassen, um bei möglichen Schadensersatzansprüchen beweiskräftig auftreten zu können. Der Geschäftsstellenleiter schloss sich der Empfehlung des Marktrates zwar an, betonte aber, dass die Gemeinde für die Beweissicherung nicht zuständig sei.

"Heute kommt die Information, der Beschluss folgt aber erst später", kommentierte Bürgermeister Toni Dutz die Mitteilungsvorlage zum Ausbau der Pechbrunner Straße von Fuchsmühl zur Mitterharlohmühle. Das Vorhaben betreffe zwar die Marktgemeinde Fuchsmühl, man werde sich aber an den Maßnahmen beteiligen: "Wenigstens was die Gemeinde Wiesau betrifft", betonte Dutz. Ab dem Wiesaubach sei neben dem Brückenbauwerk auch ein Straßenteilstück im Gemeindegebiet betroffen. Aufgrund der derzeit guten Fördermöglichkeiten wolle sich Wiesau dem Vorhaben der Nachbargemeinde gleich mit anschließen. Abzüglich der möglichen Förderungen in Höhe von 90 Prozent errechne sich ein Eigenanteil von voraussichtlich 16 000 Euro für das gemeindeübergreifende Projekt.

Nach einer schönen Frühlingsidee der Bauhofmitarbeiter präsentieren sich derzeit die Straßen und Plätze in der Gemeinde besonders ansehnlich. Der Blumenschmuck findet nicht nur bei vielen Bürgern, sondern auch bei Michaela Thoma großen Gefallen. Mit einem Dankeschön für das "blumige Wiesau" bedankte sich die CSU-Markträtin bei den Bauhofleuten für die Pflanzaktion. Der Blumenschmuck an den Straßen sei aber nicht für die Vasen im heimischen Wohnzimmer gedacht, scherzte Bürgermeister Dutz und versprach, das Dankeschön an den Bauhof weiterzuleiten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.