Mitterteich und Wiesau beantragen Aufstufung zum Mittelzentrum
Die Kräfte der Mitte bündeln

Gestützt auf eine umfangreiche Begründung beantragen Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier (links im Bild) und Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz (rechts) eine Einstufung der beiden Nachbarorte als gemeinsames Mittelzentrum. Bild: hd
Politik
Wiesau
25.11.2016
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Die Fakten liegen auf der Hand. Und so unternehmen Mitterteich und Wiesau einen neuen Anlauf, um gemeinsam Mittelzentrum zu werden. Der Antrag ans Heimatministerium ist bereits formuliert.

Mitterteich/Wiesau. Nächste Woche tagt der Stadtrat Mitterteich. Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz beruft den Marktrat vor der Bürgerversammlung am Mittwoch zu einer Sondersitzung ein. Beide Gremien sollen mit den entsprechenden Beschlüssen dem Antrag ans Bayerische Ministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat Nachdruck verleihen. Bürgermeister Toni Dutz zeigte sich am Freitag in einem Gespräch mit unserer Zeitung optimistisch: "Die Landkreismitte wird zum Mittelzentrum." Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier ergänzte: "Die wirtschaftliche Entwicklung als Mittelzentrum an wichtigen Verkehrsachsen tut der ganzen Region gut."

Bestrebungen hin zu einem gemeinsamen Mittelzentrum hat es bereits in den 90er Jahren und 2003 gegeben. Doch die Voraussetzungen und Gegebenheiten haben sich geändert, betonten Grillmeier und Dutz übereinstimmend am Freitag. Sie verwiesen auf die Versorgungsaufgaben beider Orte, die Lage von Wiesau und Mitterteich an der Autobahn. Toni Dutz: "Auch der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbands unterstützt unseren Antrag."

Dem Antrag auf Einstufung als gemeinsames Mittelzentrum haben die beiden Bürgermeister eine umfassende Begründung beigefügt. Stichworte im Bereich Gesundheit/Soziales sind Behindertenwerkstätte und -wohnheim mit rund 200 Beschäftigten, das Medizinische Versorgungszentrum, die Verwaltung der Lebenshilfe und die Lebenshilfeschule mit über 100 Beschäftigten in Mitterteich sowie die Kreisverwaltung der AWO mit ambulanter Pflege in Mitterteich, außerdem der zentrale Tafel-Standort für den Landkreis Tirschenreuth. Nicht unerwähnt ließen Roland Grillmeier und Toni Dutz den Mittelschulverbund Mitterteich-Waldsassen-Wiesau, das Berufsschulzentrum in Wiesau (rund 2000 Schüler) mit der Möglichkeit eines Hochschulabschlusses (Hotel- und Tourismusfachschule, EDV-Schulen, Kooperation mit der OTH Weiden-Amberg), den Bahnhof in Wiesau und die bevorstehende Elektrifizierung der Bahnlinie Regensburg-Hof. "Mit Eishalle, Freibad, Hallenbad sowie zwei Mehrzweckhallen erfüllt der Bereich Mitterteich-Wiesau zentrale Funktionen im Bereich Freizeit im Landkreis", unterstrich Bürgermeister Roland Grillmeier. Von immenser Bedeutung sei das etwa 30 Hektar große geplante Industriegebiet bei Wiesau. Bereits jetzt habe sich im Raum Mitterteich und Wiesau mit großen Firmen, wie Schott, Ziegler-Logistik, Wiesauplast und Hör, ein wirtschaftlicher Schwerpunkt im Landkreis Tirschenreuth gebildet - mit über 5000 Beschäftigten rein im gewerblichen Bereich. In der Begründung zum Aufstufungs-Antrag schreiben Grillmeier und Dutz auch: "Im gesamten Einzugsbereich der beiden Kommunen und ihrer Verwaltungsgemeinschaften befinden sich rund 20 000 Einwohner. Der Gewährleistung einer sicheren Versorgung auch im Bereich der Einkaufsmöglichkeiten kann durch eine Aufstufung Rechnung getragen werden und führt zu einer größeren Beachtung bei Ansiedlungsfragen diverser Einzelhändler."

Kirchturmdenken ade


Nichts halten beide Bürgermeister von Rivalitäten in der Region. So war Dutz wichtig: "Selbstverständlich sind wir auch für ein Oberzentrum Waldsassen-Eger und unterstützen eine Bewerbung Tirschenreuths für die Gartenschau 2022." Kirchturmdenken müsse Vergangenheit sein. Roland Grillmeier: "Die Region ist wichtig. Alles, was in der Region passiert, ist gut." Es gelte, den ländlichen Raum zu stärken. Und da könne eine Aufstufung zum gemeinsamen Mittelzentrum Mitterteich-Wiesau helfen.
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