Reisen und schmökern

Die unansehnlichen Schuppen und Lagerräume beim Wiesauer Bahnhof sollen möglichst bald verschwinden. Die Gemeinde strebt nach dem Kauf des Areals eine grundlegende Umgestaltung über Mittel aus der Städtebauförderung an. Bild: hd
Politik
Wiesau
08.01.2016
149
0
 
Der Bahnhof Wiesau ist ein überörtlicher Anlaufpunkt. Deshalb erwarten wir die Unterstützung durch den Landkreis.

An Ideen, den Wiesauer Bahnhof mit Leben zu erfüllen, mangelt es nicht. Eher schon an den nötigen Finanzmitteln. Doch auch da bleibt Bürgermeister Toni Dutz zuversichtlich.

Einen Dämpfer bekam die Gemeinde, was eine rasche barrierefreie Umgestaltung des Bahnhofsareals anbelangt. Erfolge diese nach DIN-Norm, summieren sich die Kosten auf 6,5 bis 7 Millionen Euro, berichtet Toni Dutz im Gespräch mit unserer Zeitung. Und das könne Wiesau nicht stemmen, da praktisch keine Zuschüsse zu erwarten seien. Die Bahn sehe derzeit für einen barrierefreien Ausbau keine Notwendigkeit. In den Plänen bis 2022 seien weder Wiesau noch Weiden vorgesehen, so Dutz. Dennoch erkennt der Bürgermeister eine Chance auf Barrierefreiheit. Vielleicht könne die im Zuge der Revitalisierung des Bahnhofsgebäudes "miterledigt" werden. Eine Idee zielt auf die Erschließung der Bahnsteige über eine Aufzug-/Brückenkonstruktion ähnlich wie beim Regensburger Bahnhof.

Das Hauptaugenmerk gelte zunächst aber dem Bahnhofsgebäude, das Eigentum der Gemeinde Wiesau ist. Dabei soll sich die Sanierung (Dutz: Diese unansehnlichen Buden müssen weg) auch auf das Areal in Richtung Brücke bis vors Spörl-Gelände erstrecken. "Wir sind da einen entscheidenden Schritt weiter. Wir haben jetzt nämlich eine Erklärung der Bahn, dass wir das Gelände kaufen dürfen." Da die Zusage bislang aber nur telefonisch erfolgte, "warten wir auf die schriftlichen Unterlagen". Noch offen sei der Kaufpreis.

Ziel ist es, den gesamten Bahnhofsbereich über Städtebaufördermittel aufzuwerten. Pläne des Architekturbüros Dr. Lehner würden in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen diskutiert. Toni Dutz: "Der Bahnhof Wiesau ist ein überörtlicher Anlaufpunkt. Deshalb erwarten wir die Unterstützung durch den Landkreis." In die Sanierung möchte Dutz auch den Busbahnhof einbeziehen.

Lesesaal


Im Bahnhof sollen unter anderem ein Imbiss, ein touristischer Info-Punkt und Toiletten geschaffen werden. Da im Rathaus der Raumbedarf groß sei, kann sich Dutz eine Verlagerung der Bücherei ins Bahnhofsgebäude vorstellen. "Da wäre Platz für einen Lesesaal." Auch könnten Vereine Räume im Bahnhof nutzen. "Möglichkeiten und Ideen gibt es viele. Ich nenne da die Stichworte Mehrgenerationennutzung und Kultur im Bahnhof."

Bei all den drängend anstehenden Aufgaben ist Bürgermeister Toni Dutz wichtig: "Wir wollen unseren Kurs zur Konsolidierung des Haushalts fortsetzen." Das bedeute, weiter sparsam zu wirtschaften "und die Schulden kontinuierlich zu senken". Es gelte Spielräume für Investitionen zu schaffen. "Und in diesem Bereich haben wir heuer viel vor." Gelingen könne das über die Stabilisierungshilfen des Freistaats Bayern, der Wiesau bislang gut bedient habe. In drei Jahren seien insgesamt rund 1,7 Millionen Euro geflossen. Dutz: "Das Programm läuft noch mindestens zwei Jahre."

Das Tempo bremsen


Dutz bekennt: "Bei uns sind Investitionen überfällig." Als markantes Projekt nennt der Bürgermeister für 2016 die Fortsetzung der Sanierung der Hauptstraße (mit Umgriff). Heuer richte sich dabei der Fokus auf den Abschnitt zwischen den Kreuzungen mit der Friedenfelser Straße und der Marktstraße. Natürlich sei die Gemeinde Wiesau bei Kosten von rund 800 000 Euro auf Mittel der Städtebauförderung angewiesen. Für den nächsten Abschnitt (bis hinunter zum Tonwerk) kalkuliert Wiesau mit Ausgaben von rund 600 000 Euro. Im Bereich Sparkasse/Kindergarten erwartet sich Dutz mit der Sanierung eine Platzgestaltung. Der Bürgermeister erhofft sich zudem eine Tempobremse. "Auch sollen die Parkplätze sinnvoller angelegt werden."
Der Bahnhof Wiesau ist ein überörtlicher Anlaufpunkt. Deshalb erwarten wir die Unterstützung durch den Landkreis.Bürgermeister Toni Dutz


Hohe Fördermittel nötigIm Zuge der Dorferneuerung Schönhaid erfolgt noch heuer eine brandschutztechnische Ertüchtigung des Dorfstadels, kündigt Bürgermeister Toni Dutz an. Dabei soll auch ein Buswartehäuschen integriert werden. Das Mehrzweckhaus erhalte einen Anbau (Geräteraum für Vereine). Außerdem sollen an der Schönhaider Ortsdurchfahrt Parkflächen angelegt werden. "Und natürlich wollen wir bei der Dorferneuerung Triebendorf durchstarten." Dutz verweist im Gespräch mit unserer Zeitung zudem auf die energetische Sanierung des Sportzentrums (3,5 Millionen Euro). Hier hofft Wiesau auf großzügige Fördermittel aus einem Bundesprogramm. Die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Kornthan steht sowohl beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach als auch bei der Gemeinde Wiesau 2017 im Terminkalender. Wiesau will die Randbereiche auf Vordermann bringen. "Da arbeiten wir heuer eine saubere Planung aus." (hd)
Weitere Beiträge zu den Themen: Städtebauförderung (31)Bahnhof Wiesau (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.