Schwammig, wenig Aussagekraft

Tennet-Mitarbeiterin Carolin Kürth (vorne am Rednerpult) bemühte sich zwar redlich. Doch viele Fragen konnte sie nicht beantworten, vor allem Befürchtungen der Bürger nicht ausräumen. Bild: wro
Politik
Wiesau
25.11.2016
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Die Gleichstromtrasse kommt. Aber noch gibt es mehr Fragen als Antworten. "Wir sind noch in der Planungsphase", bilanzierte Tennet-Mitarbeiterin Carolin Kürth in einer Sitzung der Markträte aus Wiesau und Falkenberg.

/Falkenberg. Die Gleichstromverbindung von Wolmirstedt bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt bis nach Niederbayern läuft durch den Landkreis Tirschenreuth. Größtenteils sollen Erdkabel zum Einsatz kommen. Das Informationsbedürfnis ist groß. Und so vereinbarten die Gemeinderäte von Falkenberg und Wiesau eine gemeinsame Sitzung im Wiesauer Rathaus. Sie war ein Besuchermagnet. Die Bürger aus Wiesau und Falkenberg wollen sachlich informiert werden.

Zu Gast war Tennet-Mitarbeiterin Carolin Kürth, die auch Kartenmaterial präsentierte. "In das Genehmigungsverfahren wollen wir frühestens im kommenden Jahr treten", sagte Kürth und ergänzte: Derzeit sei noch keiner der Pläne für die Gleichstromtrasse fix. Für zufriedene Gesichter - weder bei den anwesenden Markträten, noch bei den Bürgern beider Gemeinden - sorgten die weiteren Ausführungen der Tennet-Mitarbeiterin nicht. Zu viel von dem, was man an Auskünften erwartete, blieb allgemein. Ungeklärt sind viele Fragen. Wenig hilfreich waren da schwammig formulierte Informationen wie: "Wir schließen die Versorgungslücke" oder "die Kosten für die Erdverkabelung sind höher als bei Freileitungen". Auch Aussagen, dass kein Luftlinienzwang bestehe und dass Tennet angehalten sei, eine gewisse Gradlinigkeit einzuhalten, stillten das Informationsbedürfnis nicht.

Die Aussage, dass sowohl auf den Menschen, als auch auf Flora und Fauna geachtet werden müsse, ließ erste Wortmeldungen folgen. So wollte man wissen, warum bei den Planungen im Bereich des Umspannwerkes zwischen Leugas und Schönhaid den Wünschen der Vogelschützer mehr Bedeutung zugemessen werde als den Interessen der Landwirte. "Da sind die Frösche wohl mehr wert als wir Bauern." Zu befürchten sei auch, dass viel Wald geopfert werde. "Muss man Angst haben, dass der Wald oder wenigstens ein Stück davon zwischen Mitterteich und Wiesau verschwindet?" Zerstreut hat Kürth die Bedenken nicht, was für Stille und Betroffenheit sorgte. Man habe nicht vor, tschechischen Atomstrom einzuspeisen, beantwortete die Tennet-Sprecherin eine Anfrage von Franz Dürrschmidt. Der Bau weiterer Umspannwerke sei nicht vorgesehen, wusste Kürth auf eine weitere Frage. "Die Ratlosigkeit ist nicht weniger geworden. Die berechtigten Fragen wurden nicht beantwortet", fasste Toni Dutz im Anschluss zusammen. Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte Dutz: "Da muss man schon noch einmal nachhaken. Ob es was nützt, werden wir sehen."
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