Tempolimit ausgebremst

Ob ein zusätzliches Ortsschild für eine Verkehrsberuhigung sorgt (wie hier in Schönhaid), bleibt nach Meinung der Wiesauer Markträte fraglich. Bürgermeister Toni Dutz wäre eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h zwischen Wiesau und Schönhaid lieber gewesen. Bild: wro
Politik
Wiesau
23.11.2016
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Auch wenn es die Gemeinderäte und Bürgermeister Toni Dutz gerne anders hätten: Zwischen Schönhaid und Fichtenschacht gibt es auch weiterhin keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Uneinsichtige Raser müssen nicht mit Geldbußen rechnen.

Ein Gespräch mit Vertretern des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, des Landratsamtes und der Polizeiinspektion Tirschenreuth habe vor kurzem stattgefunden, informierte Bürgermeister Toni Dutz in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Verschiedene Vorschläge standen zur Diskussion. Seitens der Marktgemeinde Wiesau habe man Tempo 70 gefordert, berichtete Dutz.

Inzwischen sei eine Entscheidung gefallen. "Das von uns vorgeschlagene Tempolimit, auch die von uns ebenfalls ins Gespräch gebrachte Fahrbahnverengung wurden seitens des Straßenbauamtes leider abgelehnt", kommentierte Bürgermeister Toni Dutz die Entscheidung des Staatlichen Bauamtes für das gut 500 Meter lange Teilstück der Staatsstraße 2170 zwischen Wiesau-Fichtenschacht und Schönhaid.

Der Lösungsvorschlag des Bauamtes stieß bei den Markträten auf wenig Verständnis und sorgte darüber hinaus für große Verwunderung. In der Entscheidung heißt es nämlich: "Aus Gründen der Sicherheit und Ordnung werden nun Ortstafeln auf beiden Straßenseiten an den Ortseinfahrten in Fichtenschacht und Schönhaid aufgestellt." Damit solle den Verkehrsteilnehmern deutlich gemacht werden, dass es sich um eine innerörtliche Straße handle. Klar ist damit aber auch: Außerorts ist immer noch Tempo 100 erlaubt.

"Mich befriedigt das absolut nicht. Wäre das eine Gemeindestraße würden wir anders reagieren", meinte Dutz und erinnerte dabei an die ablehnende Haltung des Straßenbauamtes in der vor Jahren geführten Diskussion über einen Kreisverkehr an der Friedenfelser Straße.

Welche Gründe einige Verkehrsteilnehmer dazu bewegen, auf dem relativ kurzen Stück zwischen Wiesau und Schönhaid heftig aufs Gas zu treten, wusste Bürgermeister Toni Dutz nicht. Sicher sei jedoch, dass die danach geltenden innerörtlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen in der Regel außer Acht gelassen würden. Dies hätten Messungen klar gezeigt. Dutz stellte fest: "Die Geräte bleiben auch künftig dort stehen." Sollte sich herausstellen, dass die gefahrenen Geschwindigkeiten weiter hoch bleiben, müsse man reagieren. "Wir haben keine Handhabe", ergänzte Rathaus-Geschäftsstellenleiter Thomas Weiß. "Wir müssen das als gegeben hinnehmen." Weiß fügte hinzu: "Wir sind damit nicht zufrieden und fürchten, dass die Lösung zu keiner spürbaren Verbesserung führen wird." Ob das Aufstellen zusätzlicher Ortsschilder hilfreich sei, die Geschwindigkeiten in den Ortseingängen auf einen normalen Stand zu bringen, ließ Weiß dahingestellt. Er versprach: Gegebenenfalls werde man sich noch einmal schriftlich um eine Verkehrsschau vor Ort bemühen.
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