Vertreibung aus Sudetenland
Symbol der Hoffnung und Tor zur Freiheit

Archivbild: dpa
Politik
Wiesau
19.10.2016
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Vor 70 Jahren verloren im Zuge der sogenannten "organisierten Vertreibung" Hunderttausende von deutschen Volksangehörigen ihre Heimat im Sudetenland. Eingepfercht in Eisenbahnwaggons gelangten sie in den Westen. In Grenzdurchgangslagern wie Wiesau betraten sie erstmals bayerischen Boden. Jeden Tag erreichte ein Zug mit 1200 Vertriebenen den kleinen Bahnhof in der Marktgemeinde. Bis zur Auflösung des Grenzdurchgangslagers sollten dort fast 900.000 Menschen durchgeschleust werden.

Obwohl untergebracht in Baracken wurden diese Lager zu Symbolen der Hoffnung, zu Toren in die Freiheit. Von dort erfolgte die Verteilung auf Sammellager in ganz Bayern. Als Vierter Stamm Bayerns prägen die Sudetendeutschen und ihre Nachkommen heute - neben den Franken, Schwaben und Altbayern - das Gesicht des Freistaates. Sie sind Brückenbauer zu ihren tschechischen Landsleuten und Gestalter eines geeinten Europas in Frieden und Freiheit. Aus Anlass der 70. Wiederkehr der Vertriebenentransporte lädt die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Landesgruppe Bayern, am Samstag, 22. Oktober, ab 11 Uhr zu einer zentralen Gedenkveranstaltung in den Pfarrsaal St. Michael. Die Festrede hält Sozialministerin Emilia Müller. Bereits um 10 Uhr ist eine Totenehrung am Vertriebenenmahnmal beim Bahnhof.
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