Wiesaus Bürgermeister will beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs nicht locker lassen
"Höchst verwundert", aber kein Neid

Hohe Stufen machen es Rollstuhlfahrern am Bahnhof Wiesau unmöglich, von einem Bahnsteig zum anderen zu wechseln. Auch Mütter oder Väter mit Kinderwagen haben Probleme. Bild: hd
Politik
Wiesau
23.06.2016
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Wiesau/Reuth bei Erbendorf. Erstaunt, ja "höchst verwundert" ist Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz, seit er erfuhr, dass der Reuther Bahnhof barrierefrei umgebaut werden soll. 840 000 Euro fließen dafür aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes. Wiesau ist nicht berücksichtigt. "Da haken wir jetzt noch einmal nach", zeigt sich Dutz im Gespräch mit unserer Zeitung kämpferisch.

Groß war die Freude beim Reuther Bürgermeister Werner Prucker, als ihm Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch die Nachricht überbrachte, dass die barrierefreie Umgestaltung des Bahnhofs in Reuth bei Erbendorf im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms durch das Bundesverkehrsministerium gefördert wird.

"Der Bahnhof in Reuth wird täglich durchschnittlich von mehr als 150 Personen benutzt. Darunter befinden sich natürlich auch ältere Menschen mit Gehbehinderung und Familien mit Kindern und Kinderwägen. Für diese Menschen wird es deutlich einfacher, den Bahnhof zu nutzen", so Grötsch. Nach langen Verhandlungen sei es gemeinsam mit Bürgermeister Werner Prucker gelungen, den Reuther Bahnhof in das Zukunftsinvestitionsprogramm zu bringen", informiert CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß. SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch mahnt jedoch, dass es nun zügig mit dem barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe in der Nordoberpfalz weitergehen müsse: "Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofes in Weiden ist jetzt das nächste Ziel! Bis 2019 werden wir 28 Milliarden Euro im Bereich Bahn investieren. Davon muss auch Weiden profitieren."

Hier hebt Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz die Hand. Er neide den Reuthern den Ausbau des Bahnhofs nicht. Doch müsse man sehen, dass den Wiesauer Bahnhof täglich rund 400 Fahrgäste nutzen, so Dutz. Zudem sei Wiesau ein Knotenpunkt im öffentlichen Personennahverkehr. Dass Wiesau hinsichtlich Fördermitteln leer ausgehe, widerspreche der Prioritätenlogik, meint Dutz. Alleine könne die Gemeinde Wiesau den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs nicht stemmen. Eine Kostenberechnung für eine Lösung mit Aufzug und Überführung (ähnlich wie in Regensburg) hatte Kosten von rund sechs Millionen Euro ergeben.
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