Workshop
Flüchtlings-Bateria im Pfarrheim

Die Sprache der Musik ist international und verbindet Völker. Spielerisch erklärt Reinhold Bauer, wie man eine Samba-Bateria leitet. Bild: wro
Politik
Wiesau
13.08.2016
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Den von Krieg, Flucht und Verfolgung gebeutelten Menschen waren ein paar Stunden Freude, Spaß und Abwechslung geschenkt. Dazu brauchte es einige Schlaginstrumente und professionelle Anleitung.

Ins Pfarrheim gekommen waren viele Flüchtlinge aus Wiesau aber auch aus Fuchsmühl, Friedenfels, Mitterteich, Thanhausen und Bärnau. Eingeladen waren aber auch alle Helfer aus der Bevölkerung, die bei der Integration dieser Menschen engagiert mithelfen.

Workshop


Unterstützt von der Caritas in der Diözese Regensburg war es dem Wiesauer "Arbeitskreis Asyl" gelungen, den Regensburger Perkussionisten Reinhold Bauer für einen Workshop zu gewinnen. Der Nachmittag im Wiesauer Pfarrzentrum wurde für alle Teilnehmer ein kurzweiliges, vor allem aber ein großes und rhythmisches Erlebnis. Nach wenigen Minuten bereits - unter der gekonnten und einfühlsamen Anleitung des geschickten und professionellen Rhythmuskünstlers - "flogen" heiße Sambaklänge durch den Saal des Pfarrzentrums. Mit Spaß und ebenso viel Elan wurden mittels bunter Klangrohre (Boomwhackers) einfache Klangakkorde rhythmisiert. Danach durfte sich jeder sein eigenes Perkussions-Instrument aussuchen.

In den nachfolgenden drei Stunden erarbeiteten sich die Teilnehmer des Workshops ein einfaches Sambastück. Abdullah Suliman und Ruba Abu Rass, zwei junge Flüchtlinge, wurden abwechselnd von Bauer instruiert, um die kleine "Flüchtlingsbateria" mit einfachen Handzeichen anzuleiten und anzuführen. Mädchen aus Syrien arbeiteten beherzt auf ihren - in zwei verschiedenen Tonhöhen gestimmten - großen Trommeln. Der Rest der Band schlug vehement auf die Holzkisten (Cajónes) ein.

Galoppierendes Pferd


Als engagierter Helfer des Arbeitskreises übernahm Ewald Oppl mit einem kleinen Tamburin den akustischen Part. Gekonnt imitierte er ein schnell galoppierendes Pferd. Kubanische Fass-Trommeln (Congas)schließlich steuerten aus dem hinteren Bereich der Band ihren "Groove" bei. Am Ende des kleinen Lehrgangs sei etwas Gemeinsames geschaffen worden, bilanzierte Oliver Zrenner, Sprecher des veranstaltenden Arbeitskreises Asyl, den rhythmisch bunten Nachmittag im Pfarrzentrum.

Es wäre halt schön, wenn uns das in unserer Gesellschaft auch so ,spielend' gelingen würde." Ablenkung von der schrecklichen Vergangenheit und Vertrauen in unsere deutsche Kultur und Lebensweise zu schaffen, seien wichtige Bestandteile unserer Arbeit im Asyl-Helferkreis.

Reinhold BauerReinhold Bauer, Gründer und Leiter der Drum Show "Move & Groove - The Art of Streetpercussion" ist Gastdozent für Rhythmik und Ensemblemitglied am Akademietheater in Regensburg. Bekannt wurde Bauer auch als Leiter der 40-köpfigen Samba Bateria "Sarará" in der Donaustadt. Darüber hinaus tritt er seit über 30 Jahren mit diversen Ensembles in Deutschland, Österreich, Ungarn, Spanien und der Schweiz auf. Der 56 jährige bestreit ein eigenes Soloprogramm, untermalt Hörspiele und ist auf mehr als 40 CD-Aufnahmen zu hören. Die unterschiedlichen Musikrichtungen aus Lateinamerika, aus der Karibik und Spanien bilden seine Schwerpunkte. (wro)
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