ADAC-Sicherheitstraining in Berufsschule
Mit Brille kein Durchblick

Die Rauschbrille lässt nachvollziehen, wie sehr Alkohol und Drogen die Reaktionen beeinflussen. Im Experiment kann die Schüler die herunter gefallene Münze kaum mehr aufheben. Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
18.01.2016
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"Klar kann ich mit dem bisschen Alkohol noch Autofahren, eine Schmerztablette wird meine Reaktionsfähigkeit schon nicht gleich beeinflussen." So oder ähnlich denken viele Kraftfahrer.

In der Aula der Wiesauer Berufsschule konnte Uwe Hauber vom ADAC eines besseren belehren. Er verdeutlichte den Schülern recht eindrucksvoll die Gefahren von Alkohol und Drogen. Dafür hatte Hauber Rauschbrillen mitgebracht, die den jungen Leuten die Sinne benebeln, wie etwa 0,8 Promille "im Blut". Derart eingeschränkt kann etwa Katharina die herunter gefallende Münze nicht mehr finden, oder der vorgegebenen Linie nur mit Mühe folgen. Im Ernstfall hätte die junge Frau ihr Auto in den Straßengraben gesteuert.

Giftgrüne Pylonen


Noch schlechter ergeht es Marcel, er darf Farben raten. Schließlich bleibt es beim Raten. Die Brille gaukelt 1,3 Promille vor, aus orangefarbenen Pylonen werden plötzlich giftgrüne. Der junge Mann ahnt, warum viele betrunkene Autofahrer bei Rot über die Ampel brettern.

ADAC-Trainer Hauber hatte nach Wiesau mehrere dieser ungewöhnlichen Brillen mitgebracht, die Beeinträchtigungen bei verschiedenen Promillewert erfahren lassen. Für rund zwei Wochen ist der ADAC-Mann in der Wiesauer Schule zu Gast, um den Schülern die Gefahren des Alkohols und anderer Drogen zu verdeutlichen. Andras Büttner, der Sicherheitsbeauftragte der Schule hat das Sicherheitstraining mit dem ADAC Nordbayern organisiert und auf den aktuellen Stundenplan gesetzt. Gerade bei den jungen Fahranfängern dominieren nicht angepasste Geschwindigkeit und Vorfahrtsverletzungen. "Drogen und Alkohol spielen eine große Rolle", weiß Hauber. Hauber warnt auch vor Medikamenten, selbst vor einer vermeintlich harmlosen Medizin, wie etwa Hustensaft. "Im Zweifelsfall", rät er, "sollte man dann doch lieber zu Kinderhustensaft greifen."

Einen "Filmriss" haben die angehenden Werkzeug- und Industriemechaniker noch nicht gehabt. Mit den Rauschbrillen auf dem Kopf aber ist ihnen bewusst geworden, dass auch ein kleines Gläschen am Steuer eine verheerende Wirkung haben kann.
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