Auch Kritik am Vatikan

"Betet, dass ich keinen Quatsch erzähle." Zitat: Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin
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Wiesau
11.06.2016
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Vor rund zehn Jahren war Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin schon einmal zu Gast in Wiesau. Diesmal sprach er im voll besetzten Rathaussaal, gab Antworten auf Glaubensfragen. Dabei scheute er sich nicht zu provozieren.

"Kennengelernt habe ich Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin in Medjugorje", berichtet Pfarrgemeinderatsmitglied Josef Stock im Gespräch mit unserer Zeitung. Dort im "kleinen Ort zwischen den Bergen" habe er den charismatischen Redner angesprochen und noch einmal nach Wiesau eingeladen.

Mit Glaubensfragen musste sich Graf von Brandenstein-Zeppelin schon in seiner frühen Kindheit beschäftigen. "Meine Geschwister wurden katholisch, ich protestantisch erzogen." Als die Geschwister zur Kommunion, später zur Firmung kamen, seien sie mit Geschenken überhäuft worden. Er dagegen sei nicht einmal konfirmiert worden und bekam folglich auch keine Geschenke. "Da fragt man sich als junger Mensch schon, warum das so ist." Es waren die Widersprüche, die von Brandenstein-Zeppelin immer wieder beschäftigten und von denen er erzählte. Von Brandenstein-Zeppelin widmete sich dem Jahr der Barmherzigkeit, versprach Antworten auf die Frage nach dem Plan Gottes mit den Menschen. Angestrengt suchte er nach den Hintergründen für die Krise in der Kirche. Von manchen "Glaubensdingen" habe man sich still und heimlich verabschiedet, bedauerte Graf von Brandenstein-Zeppelin.

Stichwort Bußsakrament/Bußandacht. "Woran denken die Leute während ihrer Andacht?", provozierte er nicht nur einmal und ließ schließlich selbst die obersten Glaubenshüter nicht ungeschoren davonkommen. Mutig stichelte er gegen die Geldpolitik des Vatikans. Sich auf die Seite des Papstes stellend forderte er zu mehr Bescheidenheit auf.

Eine Verweigerung der Kirchensteuer sei aber keine schwere Sünde. Wichtiger sei die Ausbildung junger Priester, fuhr der Redner fort. Sicher brauche man da aber auch Geld, gestand er augenzwinkernd. Seine abschließende Bitte: "Betet, dass ich keinen Quatsch erzähle."

Betet, dass ich keinen Quatsch erzähle.Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin


Graf von Brandenstein-ZeppelinZusammen mit drei Geschwistern wuchs Wolf Albrecht Jürgen Ferdinand Graf von Brandenstein-Zeppelin, so sein vollständiger Name, im Schloss Mittelbiberach auf. Von Brandenstein-Zeppelin besuchte die Volksschule. 1961 wechselte er auf das Gymnasium nach Biberach, das er 1969 mit dem Abitur abschloss. 1981 übernahm der gelernte Jurist den elterlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in Mittelbiberach. Graf von Brandenstein ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Bekannt wurde der Urenkel des Luftschiffbauers vor allem durch seine Vorträge. Dabei behandelt der gebürtige Protestant immer wieder Themen rund um den Glauben. (wro)
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