Augustine ist gar nicht so dumm

"Vorhang auf und Manege frei" hieß es beim Kinderchor Wiesau. (Foto: wro)
Vermischtes
Wiesau
29.06.2016
186
0

Mit dem farbenfröhlichen Zirkusstück "Die dumme Augustine" beschenkte der Kinderchor Wiesau an seinem 40. Geburtstag nicht nur sich selbst. Zahlreiche Zuschauer hatten ihre helle Freude daran.

Nach langen Monaten der Proben hieß es am Sonntag endlich "Vorhang auf und Manege frei". Plötzlich sah man sich in einen Zirkus und in eine Welt versetzt, wo doch alles seine Ordnung hat. So jedenfalls behauptete es August im Liedwettstreit mit seiner Augustine: "Männersachen, Frauensachen, alles ist geregelt".

Gewaltig unterschätzt


Das Großmaul sieht sich in diesem Stück, das von Selbstfindung und Emanzipation handelt, sowohl als König der Manege als auch als alleiniges Familienoberhaupt. Das von ihm beherrschte Familien-Quintett, das in einem Zirkuswagen lebt, besteht neben seiner Gattin noch aus den Kindern Gugga, Guggo und Guggilein. Die alles andere als dumme Augustine führt "nur" den Haushalt, der Herr des "Hauses" sorgt für den Familienunterhalt. Bis August Zahnschmerzen bekommt, den Arzttermin sorglos verbummelt und auch noch seinen Abendauftritt verpasst. An diesem Abend muss August feststellen, dass er Augustine gewaltig unterschätzt hat.

Szenen eingefügt


Soweit die Inhaltsangabe des Kinderstücks von Otfried Preußler. In der Bearbeitung von Rolf Krenzer und Inge Lotz wurde daraus ein kunterbuntes Zirkusmusical. Das besondere daran: Es können Szenen variiert, Zirkustiere und Auftritte beliebig hinzugefügt werden. So wurde die knapp zweistündige Wiesauer Inszenierung unter der Leitung von Christa Holm zum abwechslungsreichen Höhepunkt einer großen Geburtstagsfeier.

"Augustine" überzeugte vom ersten bis zum allerletzten Takt, auch durch die stets wiederkehrenden Leitmotive. Musikalisch begleitet wurde das Stück vom Akkordeonensemble Viktor Ehlscheidt, Melanie Adam und Sabrina Wenzel. Christa Holm konnte sich auf viele fleißige Helfer verlassen, sei es bei den Kostümen, beim Schminken der Darsteller, Herrichten des Saals oder beim Getränkeverkauf.

Spielfreudige Darsteller


Ein paar kleine Texthänger in der Aufführung waren gar nicht so schlimm. Auch der Zaubertrick mit der Zeitung wollte nicht so recht klappen, Premierennachmittage haben halt ihre eigenen Gesetze. Die Zuschauer hatten ihren Spaß an der "Dummen Augustine". Spielfreudig agierten die kleinen und größeren Bühnendarsteller, allen voran Maria Sailer und Magdalena Zeitler als dummer August und gar nicht so dumme Augustine. Mit klaren Dialogen und harmonischem Gesang begeisterten sie ihre Zuschauer. Auch die übrigen Darsteller, angefangen vom Zirkusdirektor über den Zahnarzt bis zu den wilden Tieren und meisterhaften Akrobaten, überzeugten. Die unbestritten "süßen" Hingucker des Nachmittags Guggo, Gugga und Guggilein, gespielt von Florian Brandl, Klara Dubrowski und Lisa-Marie Zeitler, waren einen Sonderapplaus wert. Auf die über 30 Darsteller wartete ein riesiger Schlussbeifall.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.