Betörendes Summen

Vor allem den jüngsten Besuchern machte das Kurbeln an der Honigschleuder großen Spaß. Florian Greil (Bildmitte) zeigte, wie man's richtig macht. Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
18.06.2016
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Der sonst eher ruhige Garten der Familie Beer gleicht an diesem Tag einem Bienenstock. Ständig herrscht ein Kommen und Gehen. Passend. Denn Bienen stehen am "Tag des offenen Bienenhauses" auch im Mittelpunkt des Interesses der Besucher.

Vor dem Haus der Beers herrscht ungewohnte Parkplatznot. Gut beraten war derjenige, der den Besuch mit einem Spaziergang verbunden hatte. Eigentlich geht es bei den Beers sonst eher beschaulich zu. Ihr Haus steht am Fuß des Kreuzbergs; ans Domizil grenzt eine "Arbeitersiedlung" mit Tausenden von Beschäftigten an: Unmittelbar hinter dem Wohngebäude, dort wo früher einmal das alte Rathaus stand, leben fleißige Honigbienen.

Ihre bescheidenen Appartements bestehen aus Holzkästen. Verschiedenfarbig sind die "Haustüren" gestrichen. Emsig gehen die weiblichen Bewohner ihrer täglichen Arbeit nach. Die männlichen Mitbewohner genießen entspannt den Frühling. Dass an diesem Nachmittag neugierige Gäste die Ruhe stören und fortwährend reinblicken, kümmert sie wenig.

Eingeladen zum "Tag des offenen Bienenhauses am Kreuzberg" hatte der Imkerverein Wiesau-Schönhaid. Immer wieder zeigt Vorsitzender Hubert Greil, wie man Honig schleudert. Kinder drehen an einer Handkurbel, langsam füllt der zähflüssige, goldgelbe Honig den vorsorglich bereitgestellten Eimer. Währenddessen lässt Greil ein Wabenrähmchen herumgehen. Gerne dürfe man hier auch selber Hand anlegen, fordert er die Zuschauer auf. Inzwischen markieren zwei junge Besucher ausgesuchte Drohnen mit bunten Punkten. Die männlichen Bienen haben massig Zeit, ihr Aufgabengebiet ist überschaubar. Heute aber müssen sie als Übungsobjekte herhalten. "Eigentlich werden ja nur die Königinnen gekennzeichnet", stellt Hubert Greil klar. Aber die wolle man lieber nicht in ihrer Ruhe stören. Unweit liegt eine Imkerpfeife, daneben ein Imkerhut mit Schleier zur Ansicht bereit. Vorne - wenige Meter neben dem Gartenzaun - werden Honigbrote und Getränke angeboten. Die Besucher, vor allem die Kinder, sind begeistert. Viele von ihnen haben noch nie ein Bienenhaus von innen, geschweige denn eine Königin gesehen. Letztere könne man am Schaukasten bewundern, verspricht Vorsitzender Hubert Greil und öffnet den Deckel. Ein Sprichwort bewahrheitet sich: Drinnen geht es zu wie in einem Bienenschwarm. Aber auch im Garten herrscht reges Treiben.

Mit solch einem Zuspruch habe man nicht wirklich gerechnet, gesteht Florian Beer, der zweite Vorsitzende des Imkervereins Wiesau-Schönhaid. Die Imkerfreunde sind sehr zufrieden mit dem Besuch. Sorgen bereitet ihnen aber nach wie vor die Milbenplage, informieren sie. Den Kampf dagegen habe man angetreten.
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