Dutz: Der Mensch zählt

Bürgermeister Toni Dutz (Zweiter von links) zeichnete die "Menschen 2015" für ihre Aktivitäten und Erfolge im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich aus. Links im Bild Bundestagsabgeordneter Reiner Meier. Bild: kro
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Wiesau
11.01.2016
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Ausgezeichnet besucht war der Neujahrsempfang der Marktgemeinde Wiesau am Samstagabend im Rathaussaal. Dabei spielte unter anderem die Falkenberger Zoiglmusik auf. Bild: kro

Gewohnt kritisch zeigte sich Bürgermeister Toni Dutz auch beim Wiesauer Neujahrsempfang. Dabei zielte er auf einige Bürgermeisterkollegen, die kürzlich in Superlativen schwelgten. Dutz bat eindringlich: "Nehmt euch nicht so wichtig."

Vom "Nonplusultra" war die Rede oder vom "Herz des Stiftlands", wunderte sich Toni Dutz. Er fragte deshalb provokant: "Ja, was ist denn dann Wiesau?" Eine mögliche Antwort: Wiesau ist der geografische Mittelpunkt des Stiftlandes. Dies sei Fakt. Er könne aber auch sagen, "das Hirn des Stiftlandes". Nein, das wolle er aber nicht. Denn das wäre überheblich. Der Bürgermeister empfahl: "Toni, Franz, Bernd - nehmt euch nicht so wichtig!"

Im Blickpunkt eines Neujahrsempfangs sollten stets die Menschen stehen. Die Menschen, die sich über das normale Maß hinaus engagieren und sich im Ehrenamt einsetzen. Ihnen gelte es, bei Empfängen Dank und Anerkennung auszusprechen. In Wiesau sei das der Fall. In seiner teils launigen und pointierten Rede bedauerte Dutz, dass das Ziel 50 Geburten im Jahr 2015 in Wiesau klar verfehlt wurde. Denn es kamen nur 26 Kinder auf die Welt. Aber vielleicht steige ja heuer die Geburtenrate. Dutz richtete dann den Blick auf die Menschen, die 2015 mehr getan haben als andere, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Der Bürgermeister würdigte Menschen, die sich im sozialen, sportlichen oder im kulturellen Bereich engagiert haben. Geehrt wurden Maria Bächer, Georg Klarner, Manfred Plattner, Luis Sollfrank, Oliver Thiem, Andreas Sirtl, Johannes Jäger, Edgar Krauß, Markus Schultes, Pia Schraml, Selina Schraml, Hanna Stangl, Eva Korb, Jannik Burger, Larissa Ast, Christian Müller, Gudrun Völkl, Meghan Wystrichowski, Ralf Arnold, Franz Kraus, Hans Burger, Helmut Oppl, Thomas Oppl, Anton Engelmann, Adolf Hoffmann, Herbert Märkl, Markus Dürnhofer, Alfons Wedlich, Irmgard Hegen, Dieter Höfer, Andreas Wührl, Florian Trißl und Stefan Gleißner.

In der Bibel steht nicht, dass jeder Unglückliche aufgenommen werden muss.Pfarrer Martin Schlenk

Pfarrer Martin Schlenk freute sich, als "Pfarrer von Wiesau" begrüßt worden zu sein. Er dankte der Marktgemeinde für die finanzielle Unterstützung bei der Renovierung der evangelischen Auferstehungskirche. Anschließend ging er umfassend auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion ein. Schlenk betonte, dass es ein Werk der Barmherzigkeit sei, Fremde aufzunehmen. Dies sei auch in der Bibel nachzulesen. Pfarrer Schlenk: "In der Bibel steht nicht, dass jeder Unglückliche aufgenommen werden muss." Viele der Flüchtlinge seien junge Männer. In zahlreichen Herkunftsländern gebe es keine "freilaufenden Frauen", so der Pfarrer etwas flapsig. Frauen hätten dort nichts zu sagen, seien nur im Haushalt beschäftigt, wo ihnen die Männer nicht helfen würden. Diesen Männern müsse klar gemacht werden, "dass sie sich an unsere Gesetze und Werte halten müssen". Auch Pater Stephan griff das Thema Flüchtlinge auf und dankte vor allem den Bürgern, die sich durch Hilfsbereitschaft und Engagement auszeichnen, "gerade hier in Wiesau".

Musik, Häppchen und viele EhrengästeBürgermeister Toni Dutz konnte beim 38. Neujahrsempfang zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Bundestagsabgeordneten Reiner Meier, Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht, Pater Stephan Pokrayil, Pfarrer Martin Schlenk, Bürgermeister Herbert Bauer (Falkenberg), Ludwig Spreitzer, Ludwig Zitzmann (Sparkasse), Josef Strauß (Raiffeisenbank), den neuen Kreisbrandrat Andreas Wührl und natürlich zahlreiche Vertreter der Wiesauer Vereine. Beeindruckend die musikalische Gestaltung: Der Männergesangverein Schönhaid sang unter anderem "Willkommen hier und heute" und "Es muss ein Sonntag gwesen sein". Der Teenie-Chor und der Junge Chor Wiesau unter der Leitung von Christa Holm begleitete den Neujahrsempfang ebenso mit Liedbeiträgen wie die Falkenberger Zoiglmusik, die unter anderem mit böhmischen Märschen für Stimmung sorgte. Mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne endete der offizielle Teil des Neujahrsempfangs der Marktgemeinde. Bei kleinen Häppchen und Bier kamen die Gäste ins Gespräch. (kro)
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