Ein Clown braucht keine Sprache
Christina Baumer zaubert mit Flüchtlingskindern Luftballon-Blumen

Mit einfachsten Requisiten wie einem "Sockenhund" aus ihrer Kindheit erobert Christina Baumer die Herzen der Kinder im Sturm. Bild: ubb
Vermischtes
Wiesau
28.12.2015
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Christina Baumer hatte Herzklopfen. Völlig unnötig. Allein mit Gestik und Mimik eroberte die Schauspielerin die Herzen der Flüchtlingskinder. Und das wiederum ging auch den Erwachsenen zu Herzen.

"Das war mein schönstes Weihnachtserlebnis. Diese Kinder rühren mich dermaßen ans Herz, das ist kaum auszuhalten", sagte Christina Baumer am Sonntagnachmittag nach ihrem Auftritt als "kleiner Clown" bei den Flüchtlingskindern in der Mehrzweckhalle. Die Münchener Schauspielerin ist sichtlich angetan von der Herzlichkeit und Offenheit, die ihr da von diesen Buben und Mädchen entgegengebracht werden.

Bann schnell gebrochen


Kaum betritt sie den Aufenthaltsraum ist sie von lachenden Kindern umringt. "Do you speak English?", fragt eine etwa achtjährige Syrerin. Damit ist der Bann gebrochen. Wenn auch nicht alle Kinder so wie dieses kluge Mädchen Englisch sprechen, findet der lustige Clown schnell Zugang zu den kleinen Herzen. Und nicht nur die Schauspielerin freut sich über die offenherzige Freude der Kinder. "Das war das erste Mal, dass ich die Männer hier hab' lachen hören", ist auch Oliver Zrenner sichtlich gerührt. Er hat Christina Baumers Benefizkindertheater gemeinsam mit Helfern aus dem Arbeitskreis Asyl Wiesau im Vorfeld organisiert und sogar Plakate in mehreren Sprachen in der Halle verteilt.

Dabei ist Christina Baumer anfänglich etwas nervös vor ihrem Auftritt. Ungleich schwerer soll sie hier alleine mit Mimik und Gestik überzeugen. Und Oliver Zrenner "warnt" sie schon einmal vor, dass nicht nur Kinder zuschauen werden. Tatsächlich füllt sich die Halle schnell mit gut 60 Personen, während Christina Baumer beginnt, ihre lustigen Clown-Requisiten und Zauberwerkzeuge auszupacken.

Doch mit lustigen Kapriolen, einem vertrauenserweckenden Lächeln und allerlei spannenden Zauberstückchen begeistert sie Jung und Alt. Gut eine halbe Stunde später wird sie von den Kindern umringt und hat alle Hände voll zu tun, aus Luftballons Tierchen und Blumen zu basteln. Sogar die Erwachsenen freuen sich über die bunten Präsente und die Männer halten lachend die Hände auf für ein kleines Stückchen Weihnachtsschokolade.

"Ein Clown braucht keine Sprache. Er spricht alle Sprachen der Welt", ist Christina Baumer am Ende sehr gerührt über dieses Erlebnis. "Ich werde solche Benefizauftritte jetzt öfter machen. Wir müssen diesen Kindern das Vertrauen wiedergeben und ihnen die Angst nehmen. Sie sollen spüren und sehen, dass wir für sie da sind und sie mögen." Die strahlenden Kinderaugen und das fröhliche Lachen der süßen Buben und Mädchen, die sie hier habe kennenlernen dürfen, "sind für einen Clown mehr Lohn als alles Geld der Welt."
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