Eine Weltreise, die verbindet

Die Tücken bei der Integration liegen manchmal nur im Detail. Die Märchenparodie "Aladin und die 7 Zwerge" war nicht nur ein bunter Farbtupfer. Das Kulturen übergreifende Stück zeichnete auch ein heiteres Spiegelbild der Gesellschaft. Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
08.10.2016
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Hawaii im Pfarrzentrum: Mit ihrem bunten Reigen von den Pazifikinseln tanzten sich die Seniores und Seniorinas in die Herzen des Publikums. Bild: wro

Wer träumt nicht von einer Weltreise. Ein Hauch vom Duft der großen weiten Welt war beim Pfarrfamilienabend zu spüren. Die bezahlbare "Ersatzlösung" in Sachen Weltreise im Pfarrzentrum stand unter dem Titel "Kontinente 2016".

Auf ihrer abendlichen Weltumrundung machten die fantasiereichen Reisebegleiter wieder an zahlreichen Stationen Halt. Die Teilnehmer erlebten ein fröhliches Miteinander der Kulturen. Auch weil zahlreiche Flüchtlingskinder zusammen mit ihren Eltern den Pfarrfamilienabend besuchten. Einige von ihnen gestalteten einen Teil des Programms sogar mit, wurden als Hauptdarsteller zu einem der Höhepunkte.

Rührender Beitrag


"Ich möchte mich bei Pfarrer Max Früchtl bedanken. Von ihm habe ich so gut Deutsch gelernt." Das kleine Flüchtlingsmädchen Alaa hatte sich ein Funkmikrofon geschnappt; keck sorgte die junge Syrerin mit ihrem persönlichen Wortbeitrag für den wohl rührendsten Augenblick der den Erdball umspannenden Veranstaltung. Gemeinsam mit anderen Kindern belegte Alaa zusammen mit dem Wiesauer Dauerentertainer Ewald Oppl wort- und bildreich, wie schwer es doch ist, den Tücken der Integration - auch in einem Ort wie Wiesau - Herr zu werden. "Wir mussten kaum proben", bilanzierte Ewald Oppl die Darbietung zusammen mit seiner spontan gegründeten "Theatergruppe", der er den bedeutsamen Namen "Refugees" (Flüchtlinge) gegeben hatte. Der Kontinente übergreifende Titel "Aladin und die 7 Zwerge" sei eine Anspielung an die oft versteckten Gemeinsamkeiten verschiedener Kulturen, informierte der "Theaterleiter auf Zeit" im anschließenden Gespräch mit unserer Zeitung. Ort und Handlung der Geschichte seien frei erfunden, fügte Oppl hinzu. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen seien rein zufälliger Natur. Auch "Credendo Vides" leistete einen Beitrag zur Völkerverständigung. "Siyhamba", "Heaven is a wonderful place" oder "Malo Malo" sorgten - wie auch die zahlreichen anderen abwechslungsreich gestalteten Programmtupfer - immer wieder für großen Beifall. Lieder aus aller Welt begleiteten den Abend. "Wir sind alle Kinder dieser Welt" sorgte für kräftigen Applaus und für noch stärkeren "Ein kleines Huhn fliegt um die Welt". Vorgetragen wurden die Stücke von den Wiesauer Jugendchören (Teenies und Junger Chor) unter der musikalischen Leitung von Christa Holm. Die "Happy Linedancers" begeisterten mit ihrem gekonnt einstudierten Tanz. Ganz weit hinüber, quer über den großen Teich, entführten die Blumenkranz geschmückten "Seniores und Seniorinas" mit hawaiianischen Klängen und ihrem bunten Reigentanz, der sogar Pfarrer Früchtl, Bürgermeister Toni Dutz und dessen Stellvertreter Fritz Holm zum fröhlichen Mitmachen animierte. Angela Kohl hatte zusammen mit ihrer Seniorengruppe den Beitrag einstudiert; erst nach mehreren Zugaben durften die "Seniores und Seniorinas" die Bühne - etwas außer Atem - verlassen.

Leider bezeichne man "Canto di Gioia" als Zoiglchor, spottete Chorleiter Oliver Zrenner. Selbstironisch begründete er schließlich die eher scherzhaft gemeinte Bezeichnung: "Wir proben halt immer dann, wenn es in Wiesau Zoigl gibt. Wir können uns das Datum leichter merken." Meisterhaft war "Canto di Gioias" musikalischer Beitrag.

"Gott liebt die Fremden"


Nicht vergessen werden darf der Eine-Welt-Laden draußen im Foyer, auch nicht die gemeinsame Ausstellung beider Kindergärten. Mehr als einen Blick wert außerdem die Wanderausstellung "Gott liebt die Fremden". Für einen kulinarischen Halbzeitpfiff sorgte die Küche: Es gab Spezialitäten aus Südamerika, Asien und Europa.
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